158 Entwicklung und Blüte der Schola ducalis.
Tode zu "Wittenberg aufs fleißigste und treulichste regalweise gedrucktist, nämlich im Jahr 1545, damit nicht etwas Verkehrtes in solchenSprüchen zu spüren und anzutreffen wäre. [Das ist auch eine Kritikan Trozendorf, der Luthers Übersetzung noch nicht als kanonischbetrachtet hatte.] Denn solche Bücher, die dem gemeinen Manneund der Jugend dienen sollen, die sollen mit besonderem Fleißcorrigiert und übersehen werden, damit sie rein, richtig und voll-kommen in ihre Hände kommen. Was solche Leute einmal lernenund fassen, es sei recht oder unrecht, das halten sie steif und festund sind davon nicht wohl und leichtlich abzuwenden, man singeund sage ihnen nachmals, was man will, darum es allhier etwas
Aufmerkens bedarf etc...... Ans Ende dieses Buchs habe ich ge-
satzt Symbolum Nicenum und des hl. Athanasii, weil darinne einausdrückliches, helles klares Bekenntnis ist von der heiligen Drei-faltigkeit oder von den dreien unterschiedenen Personen in einemgöttlichen Wesen und von beiden Naturen, nämlich göttlicher undmenschlicher, in einer einigen und nun in alle Ewigkeit untrenn-baren Person Jesu Christi, Gottes und Marien Sohns, unsers Herrn,Mittlers und Heilands."
Wir haben in dem Vorstehenden Kürzungen vorgenommen undtrotzdem schon mit der Überfülle und den bis zum Bombast imAusdruck fortsgeschrittenen Stile Helmrichs ein Bild von der Ent-wicklung der Schule Trozendorfs nach seinem Tode gewonnen, dassich trotz des Bestrebens, in den Fußstapfen Trozendorfs zu bleiben,von ihm, der überall Klarheit, Einfachheit und Kürze erstrebte,unbewußt meilenweit entfernte. Was bei Trozendorf in heiligemEifer vorkam, daß er vom Lehrer zum Prediger ward, wurde nachihm zur Methode: der Predigtton und die zeitübliche Breite derPredigt wurde zum -Lehrton und zur Lehrweise.
Der Katechismus ist im Gerüst ganz nach dem Muster der„Methodi" gearbeitet, aber an einigen Stellen modifiziert und viel-fach vermehrt. In der Methodus der ersten Klasse, die ganz ohneÜberschrift ist, fehlt als gesonderter Abschnitt die „Repetitio brevisdoctrinae de Coena Domini", und am Ende stehen „Christliche Ge-danken Johannis Mathosii über dem Worte Amen" und vier Gebetedesselben, „darein er die Auslegung des Vaterunser fein kurz undrund geschlossen und gefasset hat". Der letzte Textabschnitt ist„Die Lehre vom Heiligen Abendmahl aus weitleufiger Auslegungund Erklärung des Herrn Valten Trocedorfs beschrieben und zu-sammengezogen durch Herrn Martin Thabur, jetziger Zeit Rectoremder Goldbergischen Schule". Diese Lehre ist überaus umfangreich