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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Die neuen Lehrer. 101

Schule ersetzte ihn 1551 Mag. G. Helmrich der Jüngere. Dieserist im Wintersemester 1544 in Frankfurt wohl nur deponiert worden,zum 28. Juni 1546 steht er in der Wittenberger Matrikel, und am15. Okt. 1549 ist er zum Magistorium gelangt. Er wurde als Kon-rektor der Schule eine Säule der Trozendorfischen Tradition undhat nur einmal, 1554, einen kurzen Seitensprung getan. Ein Denk-mal seines griechischen Unterrichts war die Tabella, die er nachdem Muster der Tafeln des ß. Crocus 1 ) übersichtlich für dieleichtere Erlernung der Formenlehre zusammenstellte und demNeffen und Schüler Trozendorfs V. Friedland widmete. 2 ) Wenner diesen dem Oheim als verehrungswürdiges Muster hinstellte, sokam er damit an die falsche Adresse, denn der Neffe stahl demOheim 300 Taler. 3 ) Aus der späteren Zeit ist zu erschließen, daßals Grundlage für den Unterricht die einfache, 1529 zuerst erschieneneGrammatik des Dr. J. Metzler aus Breslau gedient hat 4 ); dochfehlt es nicht an Zeichen, daß man zeitweise auch die griechischeGrammatik Melanchthons benutzt hat; wahrscheinlich als Helmrichin Liegnitz aus dem Kollegium ausgeschieden war und Thaborihn ersetzte. 5 )

Der Sphärist und Mathematiker wurde in Mag. M. Thaburnusaus Glogau gefunden, den man die erste und stärkste Säule derTrozendorfischen Tradition nennen mußte. Sein eigentlicher Namewar Thabor. 6 ) Er hatte am 9. Nov. 1524 das Licht der Welt er-blickt und zuerst in der Vaterstadt unter dem Rektor Mag. J. Zeidlerdie Schule besucht. Mit 13 Jahren ging er bereits 1537 nachWittenberg und verblieb zwei Jahre daselbst; zu mathematischenStudien ging er, ebenfalls auf zwei Jahre, nach Krakau und suchte

') Bauch, Studium S. 182. Crocus, R., Tabulae grecas literas coru-pendio discere cupientibus, sane quam utiles. (Lipsiae: Schuman 1516.) 69 S.[Ex.: Berlin, Staats-B.].

2 ) „Honesto Et Liberalium Artium Studioso Adolescenti, Valentino Frid-land Trotzendorffio, Georgius Helmericus Goltbergensis."

3 ) St. B.-Br., Ebers, zum 26. April.

') Bauch, Reformation S. 57. Metzler, J., Primae grammaticesgraecae partis Rudimenta. Haganoae per J. Secerium 1529. 67 Bl. [Ex.:Zwickau, Ratsschul-B.].

") Crusius, M., Grammaticae Graecae Cum Latina congruentis. ParsPrima ... In usum Scholae Gorlicensis. Gorlicii Exe. A. Fritsch 1592. [Ex.:Breslau, U.-B.] Hier (erster Herausgeber L. Ludovicus) steht bei „De Tonis":„Commonefactiones quaedam scriptae ex praeeeptionibus Graecis Philippi Me-lanthonis in editione Haganoensi Ann. 1536 a Martino Taburno Rectore scho-lae Aurimontanae."

•) Hierzu die Nachrichten seines Sohnes Martin in St. B.-Br., Wenzel.