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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
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9(j Entwicklung und Blüte der Schola duealis.

dungszwecken und nicht als Anhang zu Kirchen mit dem Haupt-zweck, den Kirchen zu dienen, entstanden sind. Mehrfach versuchteder Humanismus mit der Besitznahme der Pädagogien die allmäh-liche Eroberung der Universitäten. Der Humanismus hat auchschon, allerdings nicht immer glücklich, damit begonnen, solcheganz selbständige Anstalten zu schaffen (man nannte sie Poeten-schulen), wie eine z. B. von 1497 bis 1509 in Nürnberg bestand 1 ),die aber höchstens Juristen ganz für die Universitäten, zumal fürdie italienischen, vorbilden konnten und deshalb meist zu keinemrechten Leben gelangten. In dem Schlesien benachbarten Polenerrichtete 1520 der in Italien gebildete Bischof Johann Lubranskivon Posen eine den Poetenschulen entsprechende Ncacademia, dasCollegium Lubrancianum 2 ), ebenfalls nicht mit bedeutendem Erfolg.Die Reformation übernahm, unterstützt durch den von ihr herbei-geführten Verfall der Scholastik, den Gedanken des Humanismus,indem sie auf humanistischer Grundlage selbständige höhere Schulenzu schaffen suchte, wie 1526 die Melanchthonschule in Nürnberg 3 )(auch diese wollte nicht recht gedeihen), oder, und das mit besseremErfolg, die alten Trivialschulen bei den Kirchen unter Beibehaltungder Verpflichtungen gegen dieselben zu wirklichen Vorbereitungs-schulen für die Universitäten aus- und umzubauen trachtete. Wieder-holt kam auch noch der praktische Gedanke hinzu, weniger Be-mittelten durch solche Schulen, denen man akademische Kursebeigab oder irgendwie anhängte, den Besuch der Universitätenganz zu ersparen, wie das z. B. die Breslauer in mehrerenAnsätzen versucht haben 4 ), bis sie sich auf die Einrichtungihres ersten Gymnasiums, des zu St. Elisabeth, heute des ältestenin Schlesien, etwa 1560 beschränkten. Dieselben Gedankenführten zur Gründung des ersten Gymnasiums in Schlesien, derSchola duealis in Goldberg, die daneben auch noch der Kirchetributär blieb.

Verhandlungen des Herzogs mit Trozendorf, die darauf hinaus-liefen, die Schule äußerlich und innerlich auf eine höhere Stufe zuerheben, zeitigten 1546 den folgenden Bericht Trozendorfs, der den

') Bauch, G., Die Nürnberger Poetenschule 1496 1509. Nürnberg 1901.VI, 296 S. Mitt. des Vereins f. Gesch. d. Stadt Nürnberg 14.

J ) Bauch, Reformation S. 163.

*) Heerwagen, H. W., Zur Geschichte der Nürnberger Gelehrtenschulenin dem Zeiträume von 1526 bis 1535. Hälfte 1. 2. Progr. d. Kgl. Studien-anstalt. Nürnberg 1867/8. 28, 30 S.

*) Bauch, Reformation S. 164/9.