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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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83
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Auswärtige Berufungen Trozenclorfs. 83

3. Auswärtige Berufungen Trozendorfs.

Der wiedererstarkenden Schule drohte zweimal die Gefahr,ihren Soapitator zu verlieren. 1535 wurde Trozendorf, als er nochziemlich allein stand, nach Nürnberg und nach Görlitz berufen. 1 )Beide Einladungen waren den Goldberger einfachen und beschei-denen Verhältnissen gegenüber sehr verlockend. In Nürnberg ver-ließ 1535 Joachim Camerarius seine Stellung an der Melanchthon-schule; sie befand sich zwar auch in keiner glänzenden Lage, aberdie alte Reichsstadt hätte doch einen ganz andern Resonanzbodenfür einen tüchtigen Mann abgegeben. Trozendorf lehnte jedochab und ebenso für Görlitz, wo der Schüler des J. Rhagius Aesti-campianus und Melanchthons P. Ritter aus Strehlen in SachsenPlatz machte. Bei dieser Ablehnung erfahren wir seine Gründe.Der Görlitzer Rat hatte ihn durch den Stadtschreiber P. Romerund den Stadtphysikus Dr. J. Troger, der einst Schulmeister zuSt. Elisabeth in Breslau gewesen war, sondieren lassen. An Trogerschrieb er, er wolle die durch zahlreiche und auserlesene Knabenblühende und durch seine großen Mühen hergestellte GoldbergerSchule nicht durch ungelegenen Abgang zerstreuen und die blühen-den Studien vieler Jünglinge stören. Dann führ er fort:Beidiesem Stande der Dinge kann ich ohne das schwere Verbrechender Fahnenflucht von hier nicht weggehen. Denn wie ein Soldatohne Befehl des Feldherrn vom Posten nicht fortgehen darf, so istes für mich, da ich von Gott zur Unterweisung der Jugend gleich-sam auf einen Posten gestellt worden bin, etwas Schmähliches,ohne regelrechte Entlassung zu entweichen und wie durch Preis-gebung des Postens zu verschulden, daß die guteingerichteten Studiender Jugend gestört werden. Denn ich habe die Überzeugung, daß ichin diesem heiligen Amte nicht sowohl den Menschen als Gott diene,und halte es für einen Frevel, ohne seinen Willen abzugehen.Gegen seinen Willen würde ich aber abgehen, wenn ich mich nachmeinem Willen zu ungelegener Zeit von hier davonmachte und dieSchule ohne bestimmten Nachfolger zurückließe. Wenn es aberGott gefallen sollte, daß ich von hier zu euch überginge und dieletzte Zeit meines Lebens in der Heimat zubrächte, ist gewiß, daßer selbst mir den Weg öffnen und zu seiner Zeit eine bequemeGelegenheit zeigen würde." So gern er sicherlich' nach der Heimat

gegangen wäre, so hielt er es doch für seine sittliche Pflicht, seine

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') Scriptores rer. Lusat. 1, S. 440.

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