Trozendorf in den neuen Verhältnissen. 79
Ante fores tiliae ramis frondentibus umbram
Proiiciunt, puro cum nitet orbe dies.Huc ubi delati, noua se domus offeret alto
Limine, quae scriptum distichon illud habet:Aonio lepidae venientes culmine MusaeMontana gaudent urbe domoque frui.Scilicet ex gemino facile est cognoscere versu,Inclita quod nitidae sunt ea tecta scholae."Sie hatten Trozendorf eine poetische Epistel des Aemylius zu über-reichen, in der er ihm die Erfüllung seines Wunsches mitteilte unddie Überbringer der Epitaphia empfahl. Nach einer Mahlzeit beiFrau Helmrich sollten diese F. Sylvius aufsuchen, der die Epitaphiadem Rate zu überreichen bestimmt war.
Die Reise der beiden ging dann noch weiter, über Liegnitz,Neumarkt und Lissa nach Breslau. Auch hier wird an mancherleigedacht. Liegnitz erinnert an den Frankfurter Professor Mag.J. Jociscus Hegitmatianus und an den Schulmeister V. Nicius, Breslauan den Reformator J. Heß, seine Münzen und Bücher, an Moibanusund den Propst zum hl. Geist F. Hanisch, an den Schulmeister zuSt. Elisabeth Mag. A. Winkler, an das stolze Haus des königlichenRates H. Rybisch, an Dr. J. Metzler, seine griechische Grammatikund die übrigen Werke und an die andern imposanten Bauten derStadt. Acontius hat auf diesem Ausflug ein poetisches Denkmal 1 )in Breslau zurückgelassen.
Daß wir hier so ausführlich sind, mag damit entschuldigtwerden, daß Trozendorf den Druck des „Propempticon" veranlaßte,weil es ihm gefiel, obgleich sich auch Verse darin befinden, dieman deshalb dort nicht suchen würde, die aber doch auch den sonstsittlich so strengen Mann als Kind seiner Zeit und keinen Spiel-verderber zeigen. So. z. B. der Wunsch, den Aemylius den Ab-reisenden mitgibt:
„Alma Venus tribuat faciles in amore puellas
Cumque illis liceat ludere mille modis.Serta ferant vobis viridem superantia laurum;Scitis enim, dicam qualia quoque loco",oder auch:
„Cum iubar Hesperio demiserit aequore Phoebus
Sextaque lucentem clauserit hora diem,Continuo veteres blando sermone sodales
*) Bauch, Reformation S. 107.