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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
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76
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Entwicklung und Blüte der Schola duoalis.

Beide haben ihm aber nicht allzulange angehört; mit dank-barem Gemüt hat er ihrer gedacht, als er sie verlor, und ihnenEhrungen erwiesen. .

Kresling oder Kreslingcr war ein Fremdling in Goldberg undSchlesien. In Ofen geboren, hatte er seine Studien auf der WienerUniversität im Sommorsemester 1508 begonnen und war dort Bak-kalar geworden. 1511 begab er sich nach Krakau, wurde dort zuAnfang 1514 Magister und kehrte 1515 nach Wien zurück. ZurReformation übergetreten, war er 1530 Prediger zu St. Barbara inBreslau. 1 ) Aus dieser Stellung berief ihn im März 1530 HerzogFriedrich II. zum Prediger, d. h. Pfarrer, nach Goldberg. Der Bres-lauer Rat gab Kresling die Genehmigung, dem Rufe zu folgen,behielt sich aber die Rückberufung vor und forderte ihn schon imSeptember 1530 zum Nachfolger des nach Wohlau berufeneuDr. P. Fontinus als Prediger des göttlichen Wortes und Vorsteherder Hospitäler zum hl. Geist und zu St. Bernhardin zurück. Kres-ling kam jedoch nicht. 1532 mußte er aber dem immer noch vor-handenen Einfluß der Anhänger Schwenckfelds am Hofe in Liegnitzweichen. 2 ) Trozendorf widmete ihm eine Dank- und Abschiods-rede 3 ), die er von einem Schüler vortragen ließ, der im Namenaller Schüler dem Scheidenden dankte, daß sie, die meist in derchristlichen Lehre noch ganz roh und unwissend oder von Aberglaubenund verderbten Meinungen angesteckt nach Goldberg gekommenseien, von seinen christlichen Predigten zur Erkenntnis der Wahr-heit angeregt, durch ihn das Evangelium und den wahren Gebrauchder Sakramente innehätten, so daß sie, wenn sie Christus als Hei-land, Mittler und Gottes Sohn kennten, ihm dies verdankten.Kresling war dann Pfarrer in Karpfen in Oberungarn und 1544 inSchemnitz. Moibanus widmete ihm seinenTrostbrief an die christ-lichen Brüder, die durch die Tyrannei der Türken bedrängt undunterdrückt wurden". 4 ) Wie Trozendorf zu den nächsten NachfolgernKreslings stand, erfahren wir nicht, von seiner Wertschätzung de»Pastors Mag. G. Tilenus werden wir dagegen später hören.

*) St.B.-Br., Hs. Klose 4,72,73; Konrad, P., Die beiden ersten ev. Geist-lichen des Hospitals z. heiligen Geist in Breslau (1525-53). Zeitschrift 29(1895), S. 133-58. ö. 140.

2 ) Scripta VII, S. 598.

3 ) St. B.-Br., Wenzel. Bauch, Bart S. 28/9.

*) Moibanus, A., Epistola consolatoria scripta ad Christianos fratres,qui Turcarum tyrannide affliguntur et opprimuntur, denuo excussa. VratislavieApud A. Winglerum. 1544.