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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Trozendorf in den neuen Verhältnissen. 75

keit zur Leitung einer Schule hatte er trotz seiner früheren Wirk-samkeit in Goldberg doch erst noch zu beweisen und voran nach-zuholen und wiedergutzumachen, was er in Goldberg einst unterden Stürmen der kirchlichen Bewegungen verabsäumt hatte. Ge-lang ihm das und in hervorragender Weise, dann konnte Melan-chthon a posteriori jenes Wort prägen. Meister Philipp liebte nicht,mit hohen Worten ohne dazu berechtigenden Hintergrund um-zugehen.

Trozendorf mußte mit der verfallenen Schule gewissermaßenganz von vorn und aufs neue beginnen; mühsam war der ersteAnstieg, aber indem er sich mit seiner Aufgabe selbstlos und un-ermüdlich identifizierte, bewältigte er das schwere Werk, sie nichtbloß auf ihre frühere Höhe zu heben, sondern sie sogar zu derersten in Schlesien und zu einer der geachtetsten in ganz Deutsch-land zu machen. K. Peucer versichert uns panegyrisch, weil nichtviel vorher sein Ruf (wegen seines Kampfes gegen die Schwenck-feldianer) ganz Schlesien erfüllt hätte, sei rasch, d. h. verhältnis-mäßig rasch, eine große Menge von Schülern aus allen Orten zu-sammengeströmt. Er fand diesmal auch einen geeigneteren Bodenfür die Erfüllung seiner neuen Aufgabe als ehemals vor: dieschwenckfeldische Bewegung war dadurch abgeflacht, daß derLandesherr Herzog Friedrich IL sich von ihr lossagte, und dieGoldberger Bürgerschaft war dem lutherischen Bekenntnis treu-geblieben; so wurde er nicht mehr durch erneuerte Kämpfe ab-gezogen. Reibungen mit den Schwenckfeldianern in Liegnitzmachte er dadurch unschädlich, daß er drohte, bei dem Fürstenseine Entlassung einzureichen. 1 ) Und auch die persönlichen Be-ziehungen gestalteten sich sogleich angenehm für ihn und dieSchule: Rathaus und Kirche lebten in schönster Eintracht. Helm-rich, sein einstiger Kampfgenosse gegen Schwenckfeld, von dem 2 )er sagte:Quod ego hie sum, unus est autor", war ein Mann nachseinem Herzen und ein wirklicher Freund für ihn wie für dieSchule und ebenso der neue, orthodox lutherische StadtpfarrerMag. J. Kresling. Von diesen erzählte Claius 3 ) nach Trozendorf:Floruit Helmrico respublica consule, dicit,Concio Creslingo salva docente fuit."

*) S. u. S. 76.

') In dem zweiten Gebet für den todkranken Helmrich: Trozendorf,Methodi Bl. Bb2v.

s ) Claius. Schola Bl. N6*.