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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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7Q Die gehobene Stadtschule.

lieferung), den Reliquien der Universität, wieder nach Wittenbergwanderte. 1556 fand er in der Halle, wo er gelesen hatte, seineGrabstätte.

Zum Zerfall der Neugründung hatte er ohne seine Absicht,doch der Tat nach als strenger Anhänger Luthers ein gut Teilbeigetragen. Noch später hat er, als er von dem Vorschlag erfuhr,die Streitigkeiten über die Glaubenslehren abzutun, weil dadurchdie Gemüter einander entfremdet und die gemeinsame Verteidigungder Staaten gegen die Raubzüge der Türken verhindert würden, imGegensatz dazu gesagt 1 ), die wahre Lehre von Gott sei zu lehren,zu bekennen und zu verteidigen,vel si fractus illabatur orbis",und sein Kampf richtete sich gegen das Aufkommen der Schwenck-feldianer. Es ist zwar nicht richtig, daß er den Herzog veranlaßthabe, Schwenckfeld 1525 nach Wittenberg zu Luther zu schicken,und daß er dadurch seine und Krautwalds Heterodoxie aufgedeckthabe; aber er trat bald auf den Plan, als 1526 Wittenbergs Ent-scheidung gefallen war. Von der Unermüdlichkeit, Schärfe undUnerbittlichkeit seiner Kämpfe mit denSphondyliern" {orpovövXrjein stinkendes Tier: Stenkfeld) legt auf Grund seiner eigenen Aus-sagen L. Ludovicus 2 ) in derPraefatio derPrecationes" an J. von Kitt-litz vom November 1563 Zeugnis ab, und der Pastor von Gieß-mannsdorf L. Hartranfft benutzte 1578 die Beweisführung Trozen-dorfs zu einerWahren,' christlichen und glimpflichen Widerlegungder Schwenckfelder". 3 ) Man sieht, daß auch jetzt wieder derTheologe das Übergewicht über den Schulmann erhalten hatte.Nun hatte diesmal sein Auftreten einen Erfolg, nicht bloß für dieSache, die er verfocht, sondern auch für ihn selbst: seine rastlosenDisputationen mit den Schwenckfeldianern und gegen sie, auchnachdem alle Wittenberger fahnenflüchtig geworden waren, seinStreben, auch den Herzog persönlich von ihnen abzuziehen, machten,da der Herzog wirklich nach und nach einlenkte und man dies alsErfolg seiner Bemühungen betrachtete, seinen Namen in ganz Schle-sien bekannt, und auch der Herzog ehrte seine ehrliche Über-zeugung, obgleich er die Universität und ihn selbst diskreditierte,und schenkte ihm sein Vertrauen, indem er freilich Schwenckfeld

') Bauch, Bart S. 31/2.

J ) Ludovicus, Praefatio von 1563 Bl. O C3 T ; von 1581 Bl. a 6"al".

3 ) Hartranfft, L., Ware, Christliche, und glimpffliche Widerlegung desIrrthumbs der Schwenckfelder . . . Auff Bitt vieler Frommen Christen vomAdel, viel Jahr lang zusammen gelesen, Und mit besonderm fieiß aufa denLehren des H. Valentini Trocedorfij gezogen, o. 0. 1578.