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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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32 Die gehobene Stadtschule.

Gürtlers anerkennen, wenn er auch selbst noch nicht bis zur klassi-schen Reinheit durchgedrungen ist. Zu dem poetischen Schmuckder ersten Ausgabe ist hinter dem dritten Buch ein Epigrammeines Schülers, B. Bogentantz aus Liegnitz, gekommen 1 ), das sichan die deutsche Jugend wendet und die von dem Alexander Gallusbefreite Grammatik lobpreist. Bogentantz ging dann nach Köln,wo er 1515 ein Werk über den Gesang verfaßte. Später soll erEektor bei St. Peter und Paul in Liegnitz gewesen sein. 1525ging er noch einmal auf die Universität Wittenberg.

9. Gürtler als Doktor der Medizin.

Man sollte es kaum glauben, daß Gürtler bei so emsiger philo-logischer und pädagogischer Tätigkeit an einen Wechsel des Berufsdachte, und doch ist es so. Er begab sich im Sommersemester1511 nach Wittenberg, um dort Medizin zu studieren, blieb aberdabei Leiter seiner Goldberger Schöpfung. Sonst war wohl AedelerseinProvisor" oder Vertreter im Rektorat. Sein Studium warwenigstens nach seinem Aufenthalt in Wittenberg kein zusammen-hängendes; vom November 1511 bis zum Mai 1512, wo er vonderJumfer" Anna Adam ein Haus für 12 Mark kaufte 2 ), könnenwir ihn in Goldberg nachweisen. Im August 1512 ist er wiederin Wittenberg, und zwar als Doktor der Medizin. Er hat sonachdiesen akademischen Grad im Sommersemester 1512 erworben.Das medizinische Dekanatsbuch erwähnt seine Promotion im Dekanatdes Doktors U. Erbar, hat aber das Jahr hinzuzufügen vergessen.Die Promotion führte, wie es scheint, seinen Vater Jakob und seinenBruder Sebastian nach Wittenberg; beide haben sich in die Matrikeleintragen lassen. In demselben Semester und vielleicht bei der-selben Gelegenheit sind auch F. Sylvius und B. Lubschütz in dieMatrikel aufgenommen worden. Hieronymus gewann in Wittenbergneue Freunde, so den skotistischen Magister, Professor der Mathe-matik und keineswegs talentlosen Poeten Guolfus Cyclopius Cycnaeus(Wolfgang Kandelgießer aus Zwickau), der dann als Doctor med.in Celle lebte und später in Magdeburg alsSchwarmgeist" Niko-laus von Amsdorf viel zu schaffen machte 3 ), und Johannes FerreusMontanus Hessus (Eisermann), der in dem Federkrieg zwischenWittenberg und Leipzig nach der berühmten Disputation von 1519eine Rolle spielte*) und 1527 unter dem Namen Ferrarius der erste

') Bauch, Humanismus III. S. 160. 2 ) St. A.-Br., Stadtbuch.

*) Bauch, Humanismus I. S. 219. *) Enders 2, S. 157, Ann». 3.