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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Herkunft und Studienjahre des Schulmeisters Hieronymus Gürtler. ] 1

zuschlagen 1 ); imNemo" ehrte Hütten ihn durch ein Gedicht.Später (151 8) empfahl ihn der Bamberger Kanonikus Lorenz Behaiman Wilibald Pirckheimer als Reuchlinisten und Verfasser von rhyth-mischen Expektorationen gegen die Kölner, Ortvinus Gratius, Arnoldvon Tungen und Jakob Hochstraten,more et stilo obscurorumvirorum", und das war kein Wunder bei dem Freunde der beidenVerfasser derEpistolae obscurorum virorum". 2 ) Nach Vorstudienin Frankfurt a. 0. und Wittenberg war er 1518 Doktor der Medizin.Wegen der HerkunftsbezeichnungChrysopolitanus" hält man ihngewöhnlich für einen Ingolstädter.

Hieronymus Gürtler muß sich ziemlich spät für einen gelehrtenBeruf entschieden haben, denn er ist schon 1464 oder wahrschein-licher 1465 in Goldberg geboren. Er war nach Sitte der Zeit mitdem vom Vater überkommenen deutschen Namen Gürtler und demdaneben gebrauchten Wildenberg auch nicht zufrieden und nanntesich an verschiedenen Stellen und zu verschiedenen Zeiten Hiero-nymus Cingulatoris, Cingulatorinus, Cingularius, Aurimontanus,Aurimontanus a Ferimontanis und Wildenbergius. Dieser Namen-wechsel hat die Feststellung seiner Werke sehr erschwert.

Die Grundlagen seiner Bildung erwarb er jedenfalls in derSchule seiner Vaterstadt, seine akademischen Studien hat er inKöln gemacht, wo er am 9. Juni 1490 mit den Worten eingetragenist:Hieronymus Jacobi Cingulatoris de aureo monte ad artesiurauit, pauper." Daß er als armer Schüler eingetragen ist, erlaubtdurchaus keinen Rückschluß auf eine etwa ungünstige Vermögens-lage seines Vaters; auch wohlhabende Eltern ließen ihre Kinderden dornigen Pfad gehen. 3 ) Von seinen Lehrern schweigt Hiero-nymus im allgemeinen; er gehörte der berühmtesten Burse, derMontanerburse, dem Hauptquartier der Anhänger des hl. Thomasvon Aquino an und wurde am 30. Mai 1497 zum Bakkalaureuspromoviert. Als Bakkalaureus hätte er noch mindestens ein Jahrin Köln bleiben müssen, er erbat sich aber bei der Artistenfakultätdie Dispensation von der Verpflichtung, er erhielt sie am 17. Juniund übernahm die Leitung einer uns unbekannten Schule. Nachnicht allzu langer Zeit kehrte er zur Beendigung seiner Studiennach Köln zurück, empfing dort am 11. März 1501 von dem

1 ) Hütten, ü., Opera ed. E. Böcking. 1. Leipzig 1859. 515 S. S. 20, 27.

2 ) Heu man n, 1., Documenta literaria varii argumenti. Altorfii 1758.6 Bl., 341 S., 5 Bl. [Ex. i Berlin, Staats-B.]. S. 261.

3 ) Krafft, K., Aufzeichnungen des Schweiz. Reformators H. Bullinger.Elberfeld 1870. III, 100 S. S. 9.