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Mitgefühl mit dem geschollnen Weib und der Blindheit der Jüngerim weichen Gmoll, mit Berührung der Unterdominante, — destrübkalten Cmoll, — fest.
Jene Wendung nach Rdur und gleich weiter auf die Dominantevon G giebt nun sogleich der Frage —
Was bekümmert ihr das Weib?
nicht blos den allgemeinen rhetorischen oder deklamatorischen Frag-accent, sondern den vollen Ausdruck für die allgemeine Stimmungdes Fragenden und für die Bedeutung jedes Worts. Die Fragespricht sich schon in der Emporhebung des „Was“ und des Schluss-tons aus, da die steigende Tonfolge (Th. I, S. 22) nicht beruhigt,sondern anregt, wie die Frage zur Antwort. Verstärkt ist dieserAusdruck durch das Schwankende, das der die Frage scbliessendenUmkehrung und dem Trugschluss eigen ist. Der Stimmung im All-gemeinen entspricht die Modulation und die Senkung der Stimme,wo die Frage sie nicht emporzieht. So tritt nun vor allem das„Was“ (aus welchem Grunde? mit welchem Recht? zu welchemNutzen?) in sein volles Gewicht, um sogleich den vorangegangnen,ungestüm aufgeregten Chor zu stillen. Und doch, wie mild! derhohe Ton ist noch kein heftiger in der Bassstimme; er ist im Ak-korde die unbestimmte Quinte, nicht so positiv wie der Grundton,nicht so scharfbestimmend wie die Terz; von ihm sinkt die Stimmein einer sanften Sexte hinab in die Septime des hiermit zu einemDominantakkord erweiterten Dreiklangs, wodurch zugleich das „be-kümmert“ seinen rechten Ausdruck findet. Der Schluss der Frageist durch den bedeutenden Emporschritt bezeichnet zur Genüge, aberwiederum mild und schonend; jener Schritt ist eine Sexte, der neueTon wieder die Quinte des neuen Akkords und dieser öffnet eineneue Region, wir fühlen aus dem Zusammenhänge das Gmollvoraus.
Anders treten die folgenden Worte —
Sie hat ein gut Werk an mir gelhan
hervor. Hier tritt sogleich Grundton und Oktave des Akkords in dieSingslimme auf „sie“ und noch bezeichnenderauf „gut“; im letz-tem Moment nimmt auch die Harmonie den Grundakkord statt derUmkehrung. Wiederum erweitert sich der Dreiklang zum Domi-nantakkorde; die Septime bezeichnet mit jenem wehmülhigen Vor-gefühl das „mir“, der Schluss fällt, mit einer Antizipation, auf dieTerz.
Es bedarf keiner weitern Zergliederung, weder für das Folgende(wo wir nur auf den dreimaligen auseinandersetzenden Nachdruck imletzten Abschnitt aufmerksam machen), noch für diejenigen der vor-angehenden Fälle, bei denen wir nur einige Resultate ohne nähern