Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
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Zweite Abtlieilung.

Die kleinen Rondoformen.

In der vorhergehenden Abtheilung haben wir den Anfang ge-macht mit den Studien des Instrumentalsatzes, und zwar mit demKlavier. Diese Studien wurden unter Anwendung der leichtestenFormen angestellt, solcher, die uns dem Wesen nach schon be-kannt waren.

Auch jetzt bleiben wir bei dem Klavier; aber wir wenden unszu neuen Formen, und zunächst zur Rondoform. Diese neuenFormen, die sich bald als Zusammenstellungen älterer einfacher zuerkennen geben werden, sind so wenig wie die bisher betrachtetendem 'Klavier ausschliesslich eigen. Aber sie finden bei ihm ihreleichteste Anwendung, und ihre Vorübung wird höhere Instrumen-talstudien auf das Erwünschteste erleichtern, während sie selbst inHinsicht ihrer Anwendung auf das Klavier schon in den Uebungender ersten Abtheilung genügende Vorbereitung finden. Aus demletztem Grunde und zur Ersparung des Raumes werden wir unsauch oft gestatten dürfen, statt ausgeführter Sätze bloss Entwürfezu gehen.

In der Variafionenform war der als Thema dienende liedför-mige Satz so entschieden Hauptsache, dass neben ihm garnichts Andres Raum fand, alles Weitere nur Veränderungen, Zusätzeu. s. w. an ihm waren. Insofern waren wir mit dem ganzenStreben wesentlich nicht über das Lied hinausgekommen; jedeVariation ist im Grunde nichts als eine modifizirte Wiederholungdes Liedes.

Wie nun, wenn wir über das Lied hinaus gehn wollen?wenn dasselbe, das uns Thema geworden, gleichwohl nicht voll-kommen befriedigt, wir noch ein Andres, das nicht im Liede liegt,begehren?

Dieser Gedanke leitet auf die weiter noch bevorstehendenFormen.

Jenes Andre, zu dem wir uns noch nach unserin Liedsatz, er soll nun, in Bezug auf seine Bestimmung als Haupttheil einesgrossem Ganzen,

Hauptsatz

heissen, getrieben fühlen, kann Gang oder Satzkette, Satz oderPeriode oder Lied, also mit einem Worte