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1. Aufgabe des dritten und vierten Theils.
Die ersten Theile der Kompositionslehre haben die Bestim-mung gehabt, in künstlerischem Sinn und Trachten in die Thätig-keit des Komponisten eiuzufiihren und sich dem Mitarbeitenden injeder der künstlerischen Aufgaben erweckend, erhebend, erfreulichzu beweisen. Wie hoch man aber auch die bisherige Betätigunganschlage, wie tytverkennbar sie künstlerischer Natur gewesen:wir haben uns niemals (Th. I, S. 5)*) bergen können, dass unsermStreben eine höchst wichtige Seite des Kunstwesens ganz fremdbleibe; und zwar eine solche, ohne die ein Kunstwerk gar nichtwahres und volles Leben hat. Das wirkliche Dasein der 31usikund jedes Musikwerks lebt im Erklingen, ist also an die Werk-zeuge des Erklingens, an die Musikorgane**) gewiesen. EineMelodie, ein Tonsatz, der in dieser Hinsicht unbestimmt geblieben,nicht für bestimmte Organe (Instrumente, Singstimmen) erfundenund geeignet, ist nur abstrakter Gedanke, nicht lebensfähiges undlebendiges Kunstgebilde. Daher fanden wir schon bei den bisheri-gen Unternehmungen Anlass, uns an Vorstellungen von bestimmtenOrganen (Th. I, S. 74, 340) zu erfrischen und aus dem abstraktenTonsetzen wenigstens zu der Erinnerung an lebendige Musik hin-zuretten. Nur waren diese Erinnerungen bloss beiläufige, sehr all-gemeine, sie blieben unerfüllt.
Die Aufgabe des dritten und vierten Theils der Kompositions-lehre ist nun im Gegensatz zu den bisherigen: in das wirklicheund volle Lehen der Kunst einzuführen, die Erfüllung desbisher nur beiläufig und höchst dürftig Angedeulelen oder ganz beibeite Gelassenen zu geben. Was wir bisher nur abstrakt gedacht,
*) Alte Beziehungen auf die ersten Ttieile des Lehrbuchs sind auf dievierte Ausgabe der beiden ersten Tbeile und auf die sechste Aus-gabe der allgem. Musiklehre gesetzt.
**) Allgem. Musiklehre, S. C, Hl. Komp. L. Th. IV.
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