Ganz mulhig tritt er in seinem Ddur hin und fragt recht be-stimmt nach dem Lohne; nur das „ich will ihn euch verrathen“ kommtim kümmerlichen verminderten Dreiklang zu Tag’ und schliesst ganzhaltungslos und verirrt. Wie auf Jesu Weissagung das „Bin ich’s,Rabbi?“ herausgestossen wird in athemlos feigem Trotz, ist oben(iNo. y 418 ) zu sehen gewesen. — Hiernach erscheint er nur nochzweimal. Zuerst bei dem verrätherischen Gruss, —
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griis-scl seist du, Hab - hi !
schreierisch hoch, mit viel unnöthigem Aufwand und Dreistigkeit zurDecke für innere Hohlheit und Schwäche. Zuletzt, w'enn ihm bangt beiden Folgen des Verraths, und er zu den Hohenpriestern spricht: —
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Ichha-be ii-belgclhan, dass ick unschuldig Blut verrathen babe
und das „Uebelgelhan“ ihm durch das innerste Mark dringt, nunder Schrei um das unschuldige Blut und die erbleichende Scham überden Verralh heillos zu spät kommen. — Uebrigens ist das Karak-terbild des Judas nicht etwa als ein besonders gelungenes, sondernals eines der gedrängtesten hier vorgezogen worden.
Der Gipfel des Ganzen und das Höchste, was im Rezitativ jeeinem Künstler gegeben worden, ist aber Jesus, dessen Reden na-türlich keine andre Form als die des Rezitativs linden konnten, aberdurch die Tiefe des Gefühls häufig und in wuuderwürdiger, ganzunerhörter Weise sich zum Arioso erheben. Unerhört siud überhauptdiese Reden; es konnte solche Weise nur von solcher Persönlichkeitund unter diesen Umständen vernehmbar werden, daher hier mehrals irgendwo (S. 408) gar nicht daran zu denken ist, die Redeweisedes Alltags als Prüfstein der Komposition anzuwenden, sondern mandie liefere Redeweise der tiefern Natur und der ausserordentlichslenVerhältnisse und Stimmungen erst in sich erschaffen und begreifenlernen muss. Nur zwei Momente seien hier noch, als Andeutungenzu durchdringendem Studium, hervorgehoben.
In lieblichster Weise (Gdur, Halbschluss auf der Dominante)haben die Jünger im Chor den Herrn gefragt, wo sie ihm das Oster-lamm bereiten sollen. —