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3 (1857)
Entstehung
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617
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ein, während gleich im folgenden Rezitativ, wenn Judas sich zumVerrath anbietet, dasund sprach wie ein schmerzlicher Ausrufscharf emporfährt, und in dem bald folgenden Moment, wo dasWort Christi in das böse Gewissen des Judas schlägt,

(Judas)

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der ihn. verrietli, und sprach: Bin ichs.

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Er sprach zu ihm:

die Rede hin- und hergerissen wird, ohne Halt.

Es ist also mit aller Eormelkunst nichts gethan und keine andreHülfe, als tiefes Studium der Sprache, des jedesmaligen Textes undVerhältnisses, und der Meister in diesem Felde, dann im Augen-blicke der Komposition tiefstes, innigstes, von keiner nachlässigenoder feigen Rücksicht auf Herkommen und Alltagsgewohnheit ge-hemmtes Versenken in die Aufgabe.

Von diesem Gesichtspunkt aus erscheinen uns Gluck und Seh.Bach, wie schon aus Frühem erhellen muss, als die höchstenMuster. Und unter ihnen ist es wieder der letztere, dernamentlich in seiner Matthäischen Passion die reichste und glück-lichste Aufgabe für das Rezitativ gefunden und mit heldenmüthigerTreue und genialer Vielgestaltigkeit gelöst hat. Es wird schwerlichgelingen, ohne Kcnntniss jenes Werks die Form des Rezitativs inihrem Umfang und ihrer Tiefe zugleich zu fassen.

Vom kurzen Anführungswort ,,Er sprach bis zu der ausführ-lichen Erzählung von den Zeichen bei Jesu Tode, vom einfachen Re-zitativ bis zu dem fast in Lied- oder Arienform übergehenden Ariosofinden sich alle Formen beisammen. Eines dieser Ariosos (No. 25,,,0 Schmerz! hier zittert das gequälte Herz!) umschliesst sogareinen vom Chor gesungneu Choral, eine eigenthümliehe Anwen-dung der Choralfiguration.

Die verschiedensten Karaktere werden in diesen Rezilativen oftmit wenigen flüchtigen Zügen sprechend gezeichnet. Wir heben nurEinen zum Belag hervor, den Judas.

Er bietet, nachdem die Erzählung sich von A- nach ödnr ge-wendet, seinen Verrath den Hohenpriestern so an.

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Was svolit ihr mir ge-beo? IcIl will ihn euch yer- ra-lhen.