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3 (1857)
Entstehung
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so würden durch die Hülfstöne hei 1, 2, 3 die unter gleicher Ziffernachfolgenden Töne schon nach allgemein-melodischen Grundsätzenentkräftet. Die Fälle, in denen der Ausdruck des besondern,vielleicht Strenge, Herbigkeit, Härle, Ueherraschung, Stutzen,Schreck u. s. w. aussprechenden Wortes verweichlicht und ganzverloren wird, sind zu häufig, als dass man sich auf erläuterndeFälle einlassen dürfte.

Bei den bessern Sängern beschränkt sich unter diesen Umständender antheilvollere und wirkungskräfligere Vortrag auf einzelne Mo-mente, die von des Komponisten oder ihrer eignen Vorliebe als Haupt-punkte hervorgezogen wurden. In solchen einzelnen Schlagmomentenist öfters, z. B. von der Milder in Gluckschen Opern, Ausseror-dentliches geleistet worden; aber dies musste dazu heilragen, dasWesen des Rezitativs zu verschleiern, die Einheit und Wahrheit derganzen Rede aus den Augen zu rücken bei dem auf Einzelheiteneinseitig stark geworfnen Lichte. Es würde nicht schwer sein, dieRückwirkung selbst auf bedeutende Komponisten unsrer Zeit nach-zuweisen.

Unter solchen Umständen darf nun allerdings der Jünger sichselbst dem Vorbild bedeutender Säuger nicht mit unbedingtem Ver-trauen hingeben; er muss, hier mehr noch wie in andern Fällen,die Idee rein und stark in sich aufnehmen und sich aus ihr unterdem unbefangnen, andachtvollfen Studium der Meister seine eigneWelt erschaffen. Nirgends könnte ihm das Ansehn berühmterNamen und die Nachahmung bedeutender Vorgänger so gefährlichwerden, wie hier.