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3 (1857)
Entstehung
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empfindet sie ganz und tief, der sich schon selbst versucht hat.Aber eben daran ist der junge Künstler auch seiner Bildenskraftfroh bewusst; die Hoheit des Meisters kann ihn nicht niederdrücken,denn auch er hat irgend ein Maass jener Kraft in sich empfundenund thatsächlich bewährt. VonMustern, denen man nacharbei-ten soll, um daran Freiheit und Eigcnthümiichkeit einzubüssen, kannhier nicht mehr die Rede sein.

Voraussetzlieh hat jeder Jünger schon vor der Lehrzeit dieKunst geliebt und in naiver Hingebung in irgend einer Reihe ihrerWerke kennen gelernt. Die vollendete Lehre muss ihn geläutert,gekräftigt und erleuchtet dem naiven das heisst naturwüchsigenLeben in der Kunst zurückgeben. Naturwüchsig aber ist nicht blosder Ungebildete, sondern auch, der in der Bildung Freiheitund Eigenthümlichkeit sich bewahrt hat.

Vierhiindiger Satz.

Zu Seite 340.

Es bliebe nach dem S. 18 über die Behandlung des Klaviersund im ganzen sechsten Buch über die Klavierkomposilion Vorge-tragnen noch ein Gegenstand für die Besprechung übrig:

die vierhändige Behandlung des Instruments.

So wenig wir uns aber erlauben konnten, ihn unerwähnt zulassen, so wenig bedarf er einer Unterweisung.

Die Vierhändigkeit hat, wie sich von selbst versteht, das vor-aus, dass durch sie Vieles leichter ausführbar oder gar erst mög-lich w r ird, W'as die Zw r eihändigkeit sich versagen muss. Diese vollenAkkorde, diese in Oktaven rollenden Bässe, diese klar und leichtdarstellbare und im Vortrag sicher zu unterscheidende Polyphonie, welcher Spieler hätte sich nicht schon an ihr erfreut? Gar manchetreffliche Komposition von Mozart und Dussek, viele Uebertra-gungen von Orcbesterwerken auf Klavier wären anders als vierhän-dig nicht auszuführen gewesen, gar nicht unternommen worden.

Auf der andern Seite wird aber dem Klavierspiel in der Vier-händigkeit eine seiner vorzüglichsten Seiten gelähmt oder doch ent-kräftet : das ist die vollkommne Freiheit der Darstellung durch deneinzigen, ganz ungehemmt sich selbst iiberlassnen Spieler, unter des-sen alleinigem Walten wirklich und wahrhaft, nicht gleichsamund beinah, Alles aus Einem Geist und Herzen hervortritl. Selbstdie technischen Mittel reichen bei der heutigen Ausbildung des Spiels