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Tonart günstig ist; die Räthliehkeit des Zweiten wird gern an einerDurl'uge nach übervollständiger erster Durchführung anschaulich ge-macht. Allein das Thema könnte für jetzt schon genügend benutztund ein weiterer Zwischensatz ebenfalls unrathsam sein; da wird
3) die Form der Engführung
(energischere Belhätigung der Stimmen am Thema, Anschluss an 1)als Auskunft gefunden. Wie aber, wenn die Engführung unanwend-bar, oder schon im ersten Theile verwandt, oder nach steter Ruheund Stille der Führung frischere Belebung ßedürfniss ist? Das wirdan einer vierten Fuge gewiesen, die mit belebterm neuen Zwischen-sätze (Anschluss an 2)
4) die Form der Verkleinerung
(Belebung des Thema’s), und im Gegensätze zu ihr
5) die Form der Vergrösserung
(Gewichtigung des Thema’s) hervorruft. Mit gleichmässig aufge-wiesner Nothwendigkeit oder Vernünftigkeit treten
6) die Form der Verkehrung,
7) die erste Form der Doppelfuge
(Themawechsel) und die andern Gestalten der Fuge hervor; jederBlick und Schritt öffnet der Uebersicht, der Einsicht, der freienEntscbliessung und bildenden Kraft neue Wege. Gleiches Verfah-ren ist am Rondo- und Sonatensalz u. s. w. zu beobachten. —
Ist nun wohl (wir kommen auf die Frage S. 606 zurück) dieKunst der einfachen und Doppelfuge mit acht oder neun und derRondoform mit fünf Arbeiten (mehr sind z ur F eststelI u ng nichtnolhwendig, wenngleich oft räthlich) zu theuer erkauft? — oderwill man lieber neun und fünf Arbeiten forlschrittlos nach einemeinzigen zufälligen Muster oder nach einer einzigen unbestimmten,und darum unbestimmt lassenden Vorschrift auferlegen und damitdie Vernünftigkeit, den Reichthum der Kunst verhehlen, die Ein-sicht und Selbstbestimmung des Schülers unterschlagen? — DieseFrage bezeichnet nicht den Streit zweier Methoden, sie ist nichteine Schulfrage, sondern stellt die Wahl zwischen Erkenntniss,Freiheit und Fortschritt einerseits, Fesselung des Geistes und Rück-schritt andrerseits.
Diesem Verfahren, das man das rationelle nennen darf,steht scheinbar das empirische der allen Lehre gegenüber. Abernur scheinbar.
Die alte Lehre giebt irgend eine Summe von Kenntnissen, führtdurch irgend eine Reihe von Uebungen, und verweist dann ohneWeiteres — oder nach Ertheilung einiger äusserst allgemeinerFormvorschriften und Abrisse auf „Muster“ und Vorbilder.Noch in den letzten Jahren hat ein Schriftsteller dies „die natür-lichste, angenehmste, sicherste und schnellförderndste Methode“ ge-