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3 (1857)
Entstehung
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sich bediente, wie auch umgekehrt die verführerische Saftigkeit die-ser Instrumente auf die Geistesrichtung des Komponisten gewissnicht ohne Rückwirkung 'geblieben ist*). Ein edler Sinn, einweiches und dabei grossartigen Aufschwungs fähiges Gemüth hathier die ihm zusagende Ausdruckweise gefunden; dies ist es, waswir an Dussek zu lieben und zu studiren haben.

Allein das aufrichtige Studium wird weder durch Verehrungoder gar Autorität, noch durch Liebe oder Vorliebe von dem ernst-lichen Dringen auf volle Erkenntniss der Wahrheit zurückgehalten.Und so darf uns denn auch die mangelhafte Seite des trefflichenTousetzers nicht verborgen bleiben ; wir müssen von ihm ausspre-chen: die Vertiefung in sein Organ, und zwar jene Weise seinerVerwendung, die wir oben bezeichnet haben, ist ihm so vorherr-schend geworden, hat ihn so ganz hingenommen, dass zumal inseinen liebsten und inhallvollsten Werken gar nicht mehr aus ihrherauszukommen ist, dass in dieser ununterbrochnen Fülle der Har-monien und Gänge das frische Leben untergeht und erstickt, wieeinst jener englische Herzog im Malvasierfasse. Gänge und Sätzeverschwimmen in einander, weil über alle Gränzpunkle hinweg dieewig vollgefüllte Spielw'eise Alles unter derselben Form und Farbeerscheinen lässt; der Rhythmus verliert seine Federkraft, die steteFolge breit ausgelegter Massen und Sälze verbreitet über das Ganze,während man fast jeden einzelnen Zug als edel und grossartig ge-lungen lieben und preisen darf, oft ermüdende Langweile.

Aus einem andern Gesichtspunkte (S. 156) könnte man aus-sprechen : es walte in Dussek durchweg die Tendenz des lang-samen Tempo vor. Daher sind seine Adagios zum grossen Theilganz vorzüglich ansprechend, seine Allegros ungeachtet langhin ge-streckter Gänge und Sätze durch stete Spielfülle und Ausführlich-keit im Einzelnen zu unbew'egsain, um ihre Bestimmung ganz zuerfüllen und den Adagios zum rechten Gegensätze zu dienen.

Hätte Dussek sich vielfältig in den Formen des Orchesler-und Vokalsatzes bewegt und ausgebildet, so würde ihm jene Ein-

*) Derselbe Einfluss des Instruments auf die Weise des Tonsatzes lässtsieb, wenn auch mit theilweis abweichenden Resultaten, an Fi el d , au Louis-Ferdinand u, A. im Gegensätze zu den Spielern der Wiener Schule undInstrumentweise, einem Hummel, Moscheies u. A., beobachten. Der ge-sättigtere, in sich selbst begnügtere Klang der englischen und der nach ihrerWeise gebauten Instrumente, die breitere Tastenlage, der tiefere Fall undschwerere Anschlag der Tasten, der längere und vollere Nachklang müssenauf die Technik, dann auf die Vortrags- und Sinnesweise des Spielers endlichjenen Einfluss üben, den wir an Dussek gewahr zu werden meinen; nur einsehr entschiedner Künsllerkarakter vermöchte sich ihm zu entziehen.