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das Ohr zu ergötzen*), beimisst: unleugbar ist ihr doch dieser Sinnals Weg zu unsrer Seele angewiesen. Sie bedarf also der Organe,die zu diesem Sinne reden und kann ihren Zweck nur durch derenangemessenen Gebrauch erreichen. Idee des Kunstwerks und Organverhalten sich (S. 522) wie Geist und Körper; so dass es eine derersten und entscheidendsten Fragen ist: in welchem Verhältniss beidesich im Kunstwerk offenbaren, ob das Geistige oder Leibliche ver-säumt, ob Geist oder Material vorherrschend geworden ist. Wir haben(S. 554) nicht unerwähnt lassen dürfen, dass selbst bei einem Mozart,hauptsächlich aus äussern Gründen, die in der Zeit lagen, das Orga-nische bisweilen weniger vollkommen entwickelt ist; an Beispielen,wo das Geistige hinter dem Materialen zurückgesetzt worden, hat esweder in unsrer Zeit noch früher gefehlt; nur in dem Vollender derPianofortemusik, in Beethoven, finden wir beide Seiten in glück-lichster Harmonie. Hiernach ist das grosse Verdienst Dussek’s zuermessen, dessen Wirksamkeit zwischen Mozart und Beethovenfällt, in gleiche Zeit mit C le m e n t i, C r am e r, Wölfl, Himmel,dem geistreichen, aber mehr dilettantischen Louis-Ferdinand**)und Andern.
Betrachten wir nun Dussek’s Klaviermusik, namentlich diespätem karakteristischen Werke: so finden wir bald heraus, waser vornehmlich dem Instrument abzugewinnen trachtete, dessenKlangarmuth ihm nicht entgehen konnte, obwohl ihm besondersspäter die klangvollem englischen Flügel zu Gebot standen. Fülledes Klanges dem Instrument im Widerspruch mit seiner ursprüng-lichen Dürre (im Vergleich zu Streich- und Blasinstrumenten) an-zugewinnen , das ward ihm — gleichviel ob klar oder minder klarbewusst —■ zur Aufgabe; und unstreitig war die Aufgabe einerichtige und verdienstvolle. Breite Akkordlagen, überhaupt Fülleder Harmonie, breitgeführte Gänge, viel harmonische Figuration,häufige Verdopplung, — in Folge dessen breite Ausführung derSätze, eine weitgehende Modulation, und wiederum zu ihrer Würzevielfache Durchgänge, Durchgangsakkorde, Hülf'stöne, daher wiederein fast ununterbrochen gebundnes Spiel, — dann wieder zum er-frischenden Gegensatz häufige Naturharmonie***), aber zu saftigermKlang in Verdopplungen ausgeführt: — das ungefähr sind die For-men, in denen sich der Meister zu offenbaren liebt. Dem allenentsprach die Spiel- und Klangart der englischen Flügel, deren er
*) Vergl. des Verf. Schrift: „Die alle Musiklehre im Streit mit unsrerZeit“, S. 40, 66 u. a.
**) Auch von ihm seien das Fmoll-Quatuor, das Oktett, Variationen u. A.empfohlen.
***) Th. 1, S. 55.