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Zu Dussek’s Karakteristik.
Zu Seite 150.
Nicht ohne besondre Absicht haben wir in den Beispielen zudieser Lehre auf Dussek hingewiesen.
Dussek ist einer von denjenigen Künstlern, die ihre Anlagenhöchst achtungswerth, ja einflussreich und bedeutend ausgebildetund geltend gemacht haben, gleichwohl nicht in solcher Vielseitigkeitund Vertiefung in ihre Aufgabe, dass an ihrer Person ein wesent-licher Entwickelungsmoment im Leben der Kunst, eine neue Offen-barung des Kunstgeistes erlebt worden wäre, der ihrer Geltung dannewige Dauer gegeben hätte. Er ist daher von der geistigen MachtBeethoven’s, selbst von nicht höher, sondern minder begabten, unsaber in der Zeit näher gerückten Komponisten in Schatten gestellt,vielen unter uns ganz aus dem Gesichtskreise verdrängt worden.So wenig ans höherm Gesichtspunkte dieses Schicksal ein ungerech-tes zu nennen, so gewiss es viele von seinen Nachfolgern nochnäher bedroht, zum Tbeil schon betroffen hat: so guten Grund
haben wir doch, den Jüngern der Klavierkomposition ein antheil-volles, aber aucli aufrichtiges Studium der wichtigsten Dussek’schenWerke*) anzurathen.
Vorerst giebt sich in diesen Werken, namentlich in den spätemund grossem, eine Innigkeit der Empfindung und ein grosssinnigerEmst der Konzeption zu erkennen, die nicht verfehlen können, unsAntheil, Mitempfindung und Hochachtung abzugewinnen, ja die demältern Meister vor vielen neuem entschiednen Vorrang anweisen.Ein gewisses Etwas, das wir weiterhin zu bezeichnen haben, schmä-lert oder lähmt allerdings den Antheil, den unser Gemüth nochjetzt an jenen Kompositionen nehmen kann, vermag aber keines-wegs ihn zu verneinen.
Sodann aber — und das ist für unsern Zweck das Wichtigere —ist Dussek der erste, der mit Entschiedenheit und bedeutendem Erfolgsein Instrument, das Pianoforte studirl. und in seinen Kompositionenwohlbedacht hat, ohne gleichwohl in diesem Trachten das Geistigereder Komposition so weit aus dem Sinne zu lassen, wie nach und nebenihm oft geschehn ist. Diese Tendenz ist aber eine höchst wichtigeund beachtenswerlhe. Wie seicht es auch jedem tiefer in unsre KunstEingeweihten erscheinen muss, wenn mauihretwa nur die Bestimmung,
*) Zunächst und vornehmlich empfehlen wir seine Sonaten Le retovr äParis, Vinvocalion und die in Es, Op. 44.