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Daher war es Pflicht dieses Werks, slets auf diesen Punkthinzuweisen. Schon die Einleitung zu Th. I (S. 18) schärft ein:scharf und klar und frei ersinnen, — rasch und kühnentwerfen,-— gewissenhaft, eigensinnig prüfen; schonS. 128 wird die Bezifferung als Hülfsmittel für den Entwurf be-zeichnet; die Einleitung zu Th. II (S. 18) wiederholt diese Erinne-rung und empfiehlt, rasch, entschieden, wo möglich in Einem Zugezu entwarfen; bei den Figural- und Nachahmungsformen wie heider Fuge (S. 112, 219, 309, 530) wird mit Entwürfen begonnen,denen die Ausarbeitung nachfolgt. Es versteht sich, — und istden treulich Nachfolgenden jetzt schon zur andern Natur geworden,— dass auch die Aufgaben der angewandten Kompositionslehre zu-vor im Entwürfe, dann erst in der Ausarbeitung gelöst werdenmüssen, selbst die begränztern, die bis hierher aufgestellt worden,geschweige die nun kommenden grossem.
Die Wichtigkeit des Entwurfs steht fest, in der Form, imganzen Verfahren können mancherlei Abweichungen statlfinden ; eswäre pedantisch und störend, hier in Neigung und Gewöhnung derEinzelnen einzugreifen, — wofern nur die Abweichungen nicht demZweck entgegenwirken.
Im Allgemeinen lassen sich bei der Komposition drei Ab-schnitte unterscheiden, die auch in diesem Werke (Th. I und II,S. 18) bezeichnet sind: das Ersinnen, Auffindung des Stoffsoder der schöpferischen Idee, — der Entwurf, die Umrisse derganzen Gestalt, die das Werk haben soll, — die prüfungsvolleAusarbeitung.
Der erste Tbeil der Arbeit, die Auffindung, lässt für denKünstler keine Bestimmung von aussen her zu; können wir dochselber nicht willkührlich Gedanken bilden oder gar Stimmung oderBegeisterung herbeirufen. Gleichwohl müssen auch die Künstlerjenes übermüthige Wort aus Faust:
Gebt ihr euch einmal für Poeten,
So kominandirt die Poesie!
über sich ergehn lassen; die Welt, die Verhältnisse gebieten oft,ohne der rechten Stunde warten zu wollen; Gluck, Mozart,Meyerbeer, — wer nicht? — haben sich zu Gelegenheitsarbeitenherbeigelassen; die Durchbildung des Künstlers erweist sich ebendaran, dass er zu jeder Stunde fähig sei, Alles was begehrt wirdzu bilden. Wie weit übrigens diese Werklhätigkeit von der ge-weihtem Stunde fernliegt, — ist eine Frage für sich. Wie langenun der Künstler ein Werk in sich trägt, bis es zum Entwürfereif ist, — ob er mehr als einen Stoff zugleich zeitigt, vielleichtmancherlei Gebilde (Harmonien, Passagen u. s. w.) bestimmungs-los aufbewahrt, — ob er das Alles mehr oder weniger dem Ge-