Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
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bemerkt werden, wie tief der Komponist sein Thema in der Seelegetragen, dass es ihn auch im letzten Schlüsse nicht verlassen.

Neu ist dagegen die Anführung des Hauptsatzes immittlern Theile; und zwar nicht etwa eines beiläufig ergriffnenund benutzten Motivs, sondern des entscheidenden ersten Abschnit-tes, und dies mit der bestimmt ausgesprochnen Absicht, als ein be-sondrer selbständiger Satz, nicht blos als Glied des Ganges aufzu-treten, so dass man hiermit den Abschluss des ganzen Rondoserwarten dürfte, wenn nicht die fremde Tonart (Rdur statt Gdur)zu entschieden widerspräche.

In der vierten und fünften Ablheilung wird klar werden,dass in dieser eigentümlichen Gestaltung eine Mischform zwi-schen Rondo und Sonate zu erkennen ist. Hier wollen wirnur daran festhalten, dass, wie am Schlüsse, so in der Mitte derTondichter von seinem ersten Gedanken auf das Innigste unablöslicherfüllt gewesen. Sobald er das Wesentliche des Seitensalzes aus-gesprochen, findet er keine Müsse und Befriedigung in einem wei-tern Gange, der etwa den Seitensatz an den Hauptsatz und dessenrechte Tonart herangeführt hätte; sinnend ergreift er gleichsam dieerste beste Tonart, ist von As- und .Desdur aus zufrieden, dasmilde B der erlangt zu haben, und lässt hier seinen Hauptsatz inzarter Höhe leis anklingen. Allein bald fühlt er, dass hier keinWeilen; und so sinkt er in das trübe 6moll hinab und findet vonda die rechte Stätte.

Eben dies Verlorensein in den fremden Tönen veranlasst dannauch die Erinnerung an den Seitensatz im Haupiton und den gan-zen Anhang.

Es ist wieder eine jener isolirten Gestaltungen, die nicht nach-geahmt, aber durchdacht sein wollen; denn in ihnen lässt sich dasIneinanderspielen zweier Grundformen und der wesentliche Unter-schied beider fein und sicher beobachten.

F.

Ueber Nothwendigkeit und Art des Entwurfs.

Zu Seite 137.

Vor der Einführung in die grossem Formen ist rathsam,noch einmal auf einen Theil des Verfahrens bei der Kompositionhinzuweisen, der für das Gelingen von äusserster Wichtigkeit ist,gleichwohl öfter versäumt oder unzweckmässig behandelt und selbstvon Lehrern mitunter unzweckmässig oder irreführend gewiesenwird. Wir meinen