Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
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Aber die Grundtendenz beider Schreibarten möchte doch wohl überallsich geltend machen.

Sieht sich nun der Komponist nach der Natur der Sache mitgrösserm Antheil auf die Nacheinanderfolge und ihre Ordnung hin-gelenkt, so ist es natürlich, dass eben hierin seine Kraft, die Stim-mung des Werks, seine Eigenthiimlichkeit sich mit besondrer Ener-gie geltend machen. Daher eben in dieser Hinsicht die Mannigfaltig-keit der Formen, die vielerlei Abweichungen vom Einzelnen desGrundgesetzes. Diese Mannigfaltigkeit ist so gross, dass man langeZeit die Nolhwendigkeit, ja die Möglichkeit einer Lehre fürdiese Formen bezweifelt hat. Uns scheint vielmehr eben hierin dieNolhwendigkeit der Formlehre doppelt einleuchtend. Diese Lehresoll und darf Freiheit des Gestaltens so wenig hier, wie anderswoverkümmern; sie soll nur festen Grund und Anhalt geben und vorden Abschweifungen und Verirrungen der Willkühr bewahren.

Die erste Rondo form ist ohnehin mehr in andern Kompo-sitionen, als in Klaviermusik angewendet worden. Das Klavier fo-dert mehr Beweglichkeit (S. 24) und liebt daher auch mannigfachereKomposilionsf'ormen; wie wir denn später erkennen werden, dasses alle Formen, die es mit dem Orchester und Gesänge, ja selbermit dem Quartett gemeinsam hat, mannigfaltiger und beweglicherausl'iihrt.

Dies lässt sich in Bezug auf die genannte Form schon aneinem Beispiele, dem ersten Salze von Beelhovens Fdur-Sonate,Op. 54, beobachten.

Der Hauptsatz dieses Tonsliicks ist in seinem ersten Ab-schnitte

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In Icmpo di Menuetto.

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schon karakterisirt. Dieser Abschnitt wird wiederholt, es folgenzwei kleinere von je zwei Takten, die ebenfalls auf der Tonikakurz abschliessen, dann wieder ein grösserer von vier Takten, aber-mals mit einem Schluss auf der Tonika, und nun werden die beidenkleinern und der letzte grössere Abschnitt wiederholt. Achtmal istderselbe Schluss erfolgt, nicht blos die einzelnen Abschnitte sindwiederholt, sondern alle sind von dem einen Motiv, das wir inNo. % 3 gesehen, erfüllt. Das Ganze hat ein kerniges, kurz abge-brochnes und dabei doch anmulhiges Wesen, wie schon der ersteAbschnitt gezeigt.

Der Satz ist anziehend, aber er kann für sich allein nicht be-friedigen und feslhalten. In diesem Urtheil, das wir in dem Gefühl