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als die Stimmung, und nichts wiederzugeben, als gleichnissartigeAndeutungen oder Beziehungen, bei denen zuletzt doch auf denguten Willen und die ergänzende Phantasie gemüthverwandter Hörergerechnet werden muss : so ist auch gegen diese Richtung und dieGaben, die sie uns bietet, nichts zu sagen; es ist eine von denunzähligen Weisen, in denen unsre schöpferische Kraft erregt undgenährt wird.
Doch dürfen wir auch das Bedenkliche dieser Richtung nichtbergen. Regt uns ein Zustand an, der nicht durchaus dem inneruLeben angehört (wie bei den S. 90, 9L erwähnten Variationen ausBeethoven’s Fmoll- und Gmoll-Sonate), der also nicht durchausund ganz Musik werden kann : so muss nothwendig in unserm In-nern ein Theil jenes Inhalts Zurückbleiben, dessen Vorstellung wirneben unsrer Musik festbalten, da sie doch hätte in sie tretensollen. So ist also das Kunstwerk kein vollständiges, insofern esnicht den ganzen Inhalt in sich trägt und sich auf etwas ausser ihmSeiendes und Fremdes beziehen muss, das sehr leicht dem Drittenbei der Auffassung des Werkes nicht gegenwärtig oder ganz unzu-gänglich sein kann*).
Um so weniger können wir eine solche, schon an sich bedenk-liche Richtung für den Jünger gelten lassen. Seine Aufgabe ist,sich in die Musik liineinzuleben, während jene Richtungsehr leicht verleiten kann (und oft verleitet hat), sich aus derMusik herauszuleben. Er hat sich ganz in die Musik zu ver-tiefen und nichts Bessers zu wünschen, als dass sie ihn ganz er-fülle. Dass ihm dabei sein anderweiler geistiger Inhalt bleibe, erdenselben nach andern, besonders der Kunst verwandten Seiten aus-bilde und bereichere, dieser dann mittelbar oder auch unmittelbarihm wieder musikalische Anregung und Kräfte gebe: das alles istrecht und nothwendig; aber jener Rückgang des allgemeinen oderfremden geistigen Inhalts in die Musik bleibe der innerlich geschäf-tigen Natur und der Vorsehung des Künstlers überlassen.Nur der gereifte und zu höherm Bewusstsein durchgebildete Künst-ler darf hier ungestraft eingreifen; er darf in sich die Einsicht undKraft hollen, alles Fremde abzulehnen und alles Zugängliche inMusik zu verwandeln.
*) Sehr lehrreich weiset Goethe („aus meinem Leben“, achtes Buch) aufdas Gefährliche dieser Richtung an Oeser’s Beispiel hin. „Weil er nun eineeingewurzelte Neigung zum Bedeutenden, Allegorischen, einen NebengedankenErregenden nicht bezwingen konnte noch wollte, so gaben seine Werke immeretwas zu sinnen und wurden vollständig durch einen Begriff, da siees der Kunst und der Ausführung nach nicht sein konnten.“