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(UmoH- und andre Symphonien von Beethoven, Schuberl’scheLieder u. s. w.) sind seine Studien, seine eignen Werke (nament-lich die Annees de pelerinage und die Harmonies poeliques etreligieuses) bieten daraus die mannigfachsten und reizvollsten Er-gebnisse; oft wird der Klang selber zur Poesie, wie die Luft siehzum Luftgeist Ariel verdichtet und in persönliches Leben eingeht.In dieser Beziehung ist es karakteristisch, wie oft der dem Pianoverwandte Glockenklang dem Klangmeister vorschwebt. Die Schauer-schläge der Todtenglocke in den funerailles , die fern herüber lieb-lich und geheimnissvoll lockenden cloches de Geneoe , das aliuung-weckende Glockenspiel in der elften seiner grandes etudes (Heft 2)sind, abgesebn von ihrer konkreten Bestimmung, Zeichen von derAtmosphäre des Künstlers; in andrer Weise zeigt das Pastoralemit seinem übermüthig-kecken EinsaLz (wir selber haben dergleichenauf den Felshöhn vor Chamounix vernommen) die rücksichtslos ge-treue Hingebung des Künstlers an sein Element. Und rücksicht-lose Treue muss trotz alledem und alledem erste Tugend des Künst-lers genannt werden; sie allein verbürgt wahre Originalität, — undbei vollkommner Durchbildung und Läuterung des Geistes dashöchste Gelingen, gleichviel, welches das Urtheil der Zeit sei. —Dennoch, so gewiss die neue Behandlungsweise des Instru-ments reiche und künstlerisch werthvolle Früchte gebracht undernstlicher Beobachtung höchst werth ist, dennoch darf nicht iiber-sebn werden, dass jene Behandlungsweise den höhern idealen Reich-thum der Kunst zurückdrängt, da sie die Hände für das reiche dieMelodie umspielende Material in Anspruch nimmt, da sie anregt, dieMelodie (die eine, für die Alles geschieht und nöthigenl'alls Allesgeopfert wird) selbst durch breite Auslage für die spielreiche Um-gebung günstig zu gestalten, und durch Beides die reiche polyphon-dramatische Durchführung der künstlerischen Idee nolhwendig zu-rückgedrängt wird. Die eine Kanlilene, der Alles schmückend undumschimmernd dient und sich unterordnet, setzt an die Stelle jenervon nnsern Meistern so reich und objektiv ausgeslaltelen Dramatikdie lyrisch oder gar rein-sinnlich erregte Subjektivität des Künst-lers, und führt zu zarten oder glänzenden und anziehenden — abermit innerer Nothwendigkeit stets einander ähnlichen, sich wiederho-lenden Ergüssen. Keineswegs ist diese Ansicht durch reichereGaben eines Liszt, Rob. Schumann u. A. widerlegt; keinepersönliche Energie kann die Natur der Sache ändern, nie wirdjenes lyrisch-sensuale Streben dem unerschöpflichen Reichthumgleichkommen, den unsre Meister auf dem andern Weg’ errungen.
Uebrigens sei hier ein für allemal
gegen zweierlei Missverstehnernstlichst gewarnt.
Marx., Komp. L. III. 3. Aufl.
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