Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
558
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im

an, ein für Komposition wichtiges Studium, aber auch desseneigentliches Ziel zu bezeichnen. Es genügt nicht, zu bemerken,was Alles dem Instrument abgewonnen ist oder abgewonnen werdenkann; es muss auch erwogen werden, welchen Einfluss das Ge-wonnene auf das Kunstwerk haben kann oder muss.

Besonders wichtig und ergiebig ist diese Erwägung gegenüberder neuesten Richtung des Klavierspiels. Sie vereint unleugbarenund bedeutenden Fortschritt mit eben so unverkennbarer Gefahr oderBehinderung der geistigen Bewegung in der Kunst. Allerdingshängt sie mit der ganzen Zeitrichtung, mit deren Wendung auf dasMaterielle und Industrielle, auf blendenden Schein und Gewaltsam-keit zusammen. Der werdende Künstler aber muss sich ihres Ge-halts bewusst werden, um ihn je nach seiner eignen Richtung sichanzueignen oder zu meiden. Bei der Prüfung muss man sich ge-wissermassen unparteiisch verhalten gegen den geistigen Inhalt derKomposition; dieser kann theilweis bedenklich oder selbst verwerf-lich befunden werden, während sich gleichwohl ein beachtenswertherFortschritt in der Ausbeutung des Instruments an ihn knüpft.

Die erfolgreichen Arbeiten der neuen Schule lassen sich alsdas Streben bezeichnen, dem Instrumente gerade nach den mangel-haftesten Seiten hin erhöhte Kraft zu gewinnen.

Zunächst wird die Schallkraft durch erweiterte Vollgriffigkeitvergrössert. In No. 7 ist schon ein Beispiel von Thalberg ge-geben; ein zweites von R. Schumann (aus No. 2 der 6 Etüden,Op. 10) finde hier

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seine Stelle, wär es auch nur, um an ganz gleichartiger Aufgabedem einigermassen brutalen Materialismus des Virtuosen gegenüberdie feinere Organisation des Tondichters zu bezeichnen, der selbstdie schlagkräftige Masse durchscheinend und vergeistigt werdenmuss; vielleicht konnte statt der ersten Akkordlage bei a. diebei b. genommen werden, um den hier vorausgesetzten Doppelzwecknoch sichrer zu erreichen.

Hiermit nahverwandt sind Spiel- und Schreibarten, die denZweck haben, einzelne Stimmen schärfer oder zu festerm Zusam-menhänge verbunden hervortreten zu lassen. Als Beispiel dienenzwei Sätze aus Liszts Reminiscenccs de ISot'ina ,