Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
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und darum allgemeinem und gebrauchtesten Tonfolgen wiederkehrensehn, so leicht es bekanntlich ist, andre Wendungen an deren Stellezu setzen.

Hier so wenig, wie anderwärts genügen äusserliche Regeln ;nichts würde leichter sein , als die Zusammenstellung einer Reihevon schwierigem oder ausgedehntem Tonbewegungen, die gleich-wohl in dem hesondern Sinn irgend einer Komposition ihr vollesRecht linden, an ihrer Stelle uothwendig erscheinen. Dennoch istdas Studium und die Erwägung dessen, was im Allgemeinen deinChor wohlgeeignet, unerlässlich, wenn man nicht in Gefahr kommenwill, treffliche, nur abstrakt ohne Rücksicht auf die erwähltenOrgane gefasste Intentionen an ihrer Unausführbarkeit scheitern zusehn. Es ist übrigens, selbst bei der ausführlichsten Lehre, kaumzu hoffen, dass jemand, der nicht selber singen kann, hier stetsdas Rechte sicher treffe.

Das Dritte endlich, was der Sänger hat, ist

3. das Sprechen,

das Wort im Verein mit dem Sington. Der letztere nun verdun-kelt mehr oder weniger stets den Sinn, die Wirksamkeit der Rede,theils durch die grössere Macht des Stimm- oder Singklaugs vordem Klange der Redelaule, theils weil ein Theil der Aufmerksam-keit von dem reinen Redeinhalt ab auf den musikalischen Inhalt ge-zogen wird. Und umgekehrt nagt die Artikulation der Rede amreinen Stimmschall. Beide Rede und Singschall begränzenund beeinträchtigen sich gegenseitig, von beiden wird geopfert umein drittes Kunstwesen, den Gesang, von neuer und hoher Be-deutung zu gewinnen.

Aus dieser Betrachtung, die mancherlei Folgerungen in sichträgt, sei hier zunächst nur eine gezogen:

je mehr die Redethätigkeit vortritt, je mehr Redetheile in en-gem Raume sich vereinen, desto mehr wird Stimm- uud Sing-wirkung zurückgedrängt.

Dies muss im Chorgesang noch mehr, als bei dem Sologesangder Fall sein, weil wieder die Aussprache Vieler nicht so genauZusammentreffen, Eins sein kann, wie die eines Einzelnen. Undam stärksten muss die Beeinträchtigung sein, wenn nicht blos eineeinzige Chorstimme, sondern ein ganzer Chor mit Redethätigkeitüberhäuft wird.

Wir müssen also, wenn unser Chor wirken soll, weder zuviel (zu viel vereinzelte Laute, Silbe auf Silbe für jeden Ton)noch zu schnell sprechen lassen. Der in No. 425 und 426 ange-führte Händelsche Chor z. B. wird in den in Achteln und Sechs-