die Tonfolge wird auch dabei undeutlicher, erstens weil jederstärkere Schall vermöge seines kräftigem Aushallens mehr Zeit zuseiner Verbreitung, Vernehmung, Scheidung von nachfolgenden Schal-len braucht, zweitens weil selbst bei der sorgfältigsten Uebungviele Stimmen unmöglich so vollkommen wie eine einzige zusam-men stimmen und zusammen fortschreiten. Es folgt hieraus die wich-tige doppelte Lehre, dass man den Chorstimmen in dem, was wirdas Singen nennen, nicht zumuthen darf, was Solostimmen lei-sten, dass namentlich grössere Tonfolgen erstensnicht so schnell bewegt
sein dürfen, wie der Sologesang und noch mehr die Instrumental-musik gestattet, — und dass sie ferner zweitensnur einfach gestaltet
sein dürfen. Beides ist aber nicht blos aus materiell-akustischenund technischen Gründen, es ist auch aus dem Wesen des Chorsselbst zu rechtfertigen. Denn einmal ist jede Masse gewichtiger,also weniger zur Schnellbeweglichkeit geneigt, als ein Einzelner,dann ist eine Menge nur im Allgemeinem und Einfachem (S. 443)übereinstimmend, folglich jede zu eigen oder zu vielfach zusammen-gesetzte Tonfolge ihr nicht angemessen.
Hinsich'ts der Bewegung scheinen — obwohl sich ein ganz be-stimmtes Maass nicht festsetzeu lässt —
Sechszehntelfolgen im Allegro moderato
ungefähr das äusserste Maass von Schnelligkeit, das man mit Sicher-heit vom Chor lodern kann, wobei aber natürlich viel von der gros-sem oder mindern Ausdehnung und Leichtigkeit (Ausführbarkeit)der Tonfolgen abhängt.
Hiusichts derTonfolge siud dieauf dieTonleiter begründeten, z. B.
und kürzer gegliederten (weil jedes Glied einen Stütz - oder Sam-melpunkt abgiebt, der den weitem Folgen, z. B.
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mangelt), überhaupt die nicht allzuweit, nicht über vier bis achtViertel ohne Unterbrechung geführten die leichtern. Daher wirdman selbst bei sonst eigenlhiimlichen Komponisten stets die einfachen