Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
431
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manchem oben Genannten oder Uebergangnen verdanken wir Glei-ches, das der künstlerischen Unsterblichkeit fähig und würdig ist.Denn das in sich Vollkommne, Ganz-Wahre hat allein eigenthüm-liches Leben und einen gleichsam persönlichen Fortbestand, währenddas Allgemeine, Superfizielle mit seines Gleichen zusammenrinnt,wieder in die Elemente gleichsam zurückgeht und aufgesogenwird.

Welcher Sinn und welches Ziel nun auch dem Liedkomponistengegeben sei, jeder kann nur von der Auffassung des Gedichts inseiner Ganzheit ausgehn, wenngleich es oft geschieht, dass zuerstirgend ein einzelner Zug ihn vor dem Uebrigen angezogen und zuTönen erweckt, ihm vielleicht das Motiv zum Ganzen, oder einenentscheidenden Salz gegeben hat. Das ganze Gedieht giebt dieStimmung (oft schon der erste Vers, dass man sich kaum von ihmlosreissen und über ihn hinweg die andern mit in den ersten schö-pferischen Akt hineiuziehu kann), und so die Form des Ganzen auchdie Grundlinien für die Komposition. Dies ist bereits im vorigenAbschnitt angedeutet worden; in welcher Form der Musiker die ein-zelnen Sätze des Gedichts auffasse, ob als Sätze und Glieder, obals Perioden oder verschiedne Theile, das hängt theils von derAusdehnung und dem Sinn der Verse, theils von der Anschauungund Stimmung des Musikers ab, und lässt keine Vorausbestimmungzu. Eben so steht es bei dem Musiker, ob er durch strophischeWiederholung die Form des Gedichts erweitern und ebenmässigerausbilden, oder einen Hauptzug verstärken will. Oefters zeichnendie Dichter (z. B. Goethe in dem S. 423 und den beiden zuletztangeführten Gedichten) solche Wiederholungen vor, oder nöthigendazu durch allzukurze Fassung; die überflüssigen Wiederholungengereichen meistens zur Schwächung des Eindrucks.

Die bestimmende Kraft des Gedichts bleibt übrigens, wie sichvon selbst versteht, nicht auf die allgemeinen Umrisse beschränkt;sie dringt durch bis zu den Einzelheiten der musikalischen Gestal-tung. Denn obwohl sich diese zunächst der Stimmung, dem allge-meinen Gemüthsleben des Gedichts zuwendet und widmet: so darfdoch, wie ohne Weiteres einleuchtet, der Inhalt desselben in seinernähern Bestimmung nicht aufgegeben oder versäumt werden.

Zunächst also durchdringt Ordnung und Sinn des Gedichts denrhythmischen und tonischen Bau der Komposition, bestimmt nichtblos das Allgemein-Noth wendige, etwa, dass im Musen soll ndie betonten Silben auf die Haupltheile, die leichten auf Nebentheiledes Taktes fallen,-

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oder, damit sich sogleich die Viertaktigkeit (Th. I, S. 27) her-