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3 (1857)
Entstehung
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406
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werden, be-reu-e dei-ne Schuld mit Schmerz.

Die entscheidendsten Betrachtungen knüpfen sich an diesesMeisterwerk. Möge sich erst ein Jeder aus vollem Herzen hin-einsingen und hineinfühlen, und dann dem Wenigen, was wir unszu bemerken erlauben, sein weiteres Nachforschen folgen lassen.

Zuvörderst, ehe wir auf die Komposition selbst eingehn, spre-chen wir zweierlei aus, das Jeder, der es nicht schon in sich er-fahren oder von ächten Künstlern vernommen, am vorliegendenMeisterwerk und sonst sich zurecht zu stellen suche.

Erstens, lu dem rechten Kunstwerke giebt es keine nureinseitig lebendige oder einseitig wahre, sondern nur eine voll-leben-dige und ganz-wahre Auffassung. Der rechte Komponist giebt nichtblos den Sinn der Worte (wenn auch tief aufgefasst oder ausgelegt)und nicht blos die allgemeine Stimmung der Rede, und nicht blosdies Beides zusammen. Sondern vor ihm, vor dem emporgehobnenAuge seines Geistes steht der Redende selber, wie er leibt und lebt,wie er fühlt und gestimmt ist, wie er redet und jedes Wort empfin-det und denkt mit all dem unausgesprochen hei den WortenEmpfundnen und Gedachten seines Geistes. So hat Bach hier undanderwärts den Redenden mit dem Geredeten geschaut und vernom-men, gleichviel ob er sich dessen so klar bewusst geworden,dass er es mit besondern Worten hätte bezeugen können.