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nicht der Gesangmusik angehört, auch keiner besondern Unterwei-sung bedarf, daher hier in der Einleitung betrachtet und beseitigtwerden kann.
Es ist
das Melodrama.
Im Melodrama wird bekanntlich das Wort des Dichters ge-sprochen, nicht gesungen; es ist also an sich oder unterden obwaltenden Umständen nicht geeignet oder bestimmt, selbstMusik — im Gesang aufgenommen zu werden. Allein dies schliesstzweierlei nicht aus.
Erstens das einfache Vorhandensein der Musik und ihr nuräusserliehes, nicht verschmelzendes Zusammentreffen mit dem Wort.Wie dies im wirklichen Leben zufällig geschieht, so kann es ineinem Kunstwerk absichtlich zu künstlerischer Wirkung herbeige-führt werden. Wenn also in einer dramatischen Scene kriegeri-schen Inhalts von ferne (z. B. bei der Scheidung des Max Picco-lomini von Thekla und Wallenstein) die Kufe der andrängendenoder abziehenden Schaaren gehört werden, so erkennen wir indieser Einmischung der Musik eine nähere Bezeichnung der hiereingreifenden Verhältnisse. Wenn zu dem Monolog der Jungfrau —Die Waffen ruhn, des Krieges Stürme schweigennach der Anordnung des unsterblichen Dichters „hinter der SceneFlöten undHoboen“ ertönen: so bedeuten sie uns nicht bloss äus-serlieh Klänge des Friedens, wie sie wirklich bei solchem Anlassgehört werden mögen; sie giessen auch den Balsam des Friedens-gefühls in die Brust, die die Kriegsnolh der Franken mit empfun-den , und lassen die schmerzliche Klage der Jungfrau —
Doch mich, die all’ dies Herrliche vollendet,
Mich rührt es nicht, das allgemeine Glück
durch den Gegensatz tiefer uns zu Herzen gehen. — Auch Ge-sänge können in solchem Sinne melodramatisch neben dem Worterschallen, so z. B. das Hochamt im Faust neben den AngstwortenGretchens und den Zuflüsterungen des bösen Geistes.
Diese Art des Melodrama bedarf offenbar keiner weitern An-leitung. Wie die erfoderlichen Tänze, Märsche, Gesänge zu kom-poniren, ist oder wird anderwärts gelehrt; welcher Musik es be-darf, bestimmt das Gedicht.
Zweitens kann aber auch die Musik im Melodrama nichtals ein bloss äusserliehes, gleichsam zufällig mit der Rede zusam-mentreffendes Ereigniss, sondern als ein andres Organ desDichters geltend werden, um in freier künstlerischer Weise dieStimmung des Redenden, oder auch die seine Stimmung motiviren-den Verhältnisse, — z. B. die Nähe unsichtbarer geheimnissvoll