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dehnen mag, — hier nur anleiten und eine Strecke weit zu grös-serer Sicherung geleiten kann, während das Textstudium an jedereinzelnen Aufgabe für Komposition einen neuen Gegenstand fürseine Bethätigung findet und für jeden Komponisten nur mit demEnde seiner Thätigkeit mit Fug sein eignes Ende erreicht.
Die Wichtigkeit dieses Studiums ist wohl Jedem einleuchtend;man darf aber zusetzen: sie ist grösser, als bisher von den mei-sten Komponisten angenommen worden. Wie viel Werke, wie vielOpern und Oratorien namentlich sind gefallen, — sind schon vorder ersten niedergeschriebnen Note zum Untergang unrettbar be-stimmt gewesen, wie viel Talent und Arbeit ist verloren gegangendurch entscheidenden Fehlgriff in der ersten Grundlage, in derWahl, Ausbildung, Verwendungsweise des Textes!
Und doch ist vielleicht die Rückwirkung solcher Fehlgriffe aufden Künstler noch verderblicher. Auf der einen Seite die Erschüt-terungen des Missliugens, um so herber, je unerklärlicher sie mitdem gerechten Bewusstsein von Talent und redlicher Arbeit zusam-menstossen; auf der andern Seite das noch gefährlichere sich Drein-ergeben in eine Bethätigung seines Berufs bei dem geheim nagen-den Bewusstsein innerer Unwahrhaftigkeit; und selbst bei äusserlichglücklichem Erfolg der Gedanke, dass dieser Erfolg mit seinem gan-zen Gewicht in die Wagschale der Halbwahrheit oder Unwahrhaf-tigkeit fällt. Denn das Falsche oder Unwahre wirkt und wuchertin seinen Folgen so gewiss fort, wie das Wahre, um so nach-drücklicher, je bedeutender Talent und Ruf des Irrenden und jeglücklicher der äussere Erfolg, der sich leicht an den schon ander-weit erworbnen Ruf hängt und kaum die Möglichkeit eines Grund-irrthums begreifen lässt. Nach allen Seiten Beweggründe genug,auch das ernstlichste Textstudium nicht zu schwer, nicht erlässlichzu finden. —
Wir kehren zur Entwickelung zurück.
Schon oben (S. 373) ist darauf hingewiesen worden, dass zwi-schen den beiden Extremen, — dem durchaus musikalischen unddem durchaus nichtmusikalischen Text, — eine unberechenbar ab-geslufte Reihe von solchen Texten stehe, die bald mehr, bald we-niger für musikalische Auffassung geeignet seien; auch ist bereitsausgesprochen, dass der Grad und die Weise musikalischer Befähi-gung eines Textes und sein näherer Inhalt von Einfluss sei aufseiue Behandlung; — endlich, dass ein an sich weniger oder garnicht musikalischer Text durch mitwirkende Verhältnisse für dieMusik gewonnen werden könne.
Auf diesem Punkt ergiebt sich uns schon die erste Kunst-gestaltung, in der Wort und Musik zusammentreten, die jedoch