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und so fort! Angst, tiefe Bekümmerniss, heftige Gemiithaufre-gung bis zum Entschlüsse des Selbstmords erfüllen hier die Seeleder Redenden, sprechen aus dem Ganzen des Gedichts; aberstets und überall, fast in jedem einzelnen Zuge tritt dieEmpfindung in das äusserlich Anschaubare über, das der Musikfremd, der Komposition unerreichbar ist, ja, ihr ungeachtet der zumGrunde liegenden Gemülhsbewegung widerstrebt. An die Stelledes unmittelbaren Gefühlsausdrucks sind Reflexionen in Gestalt vonGleichnissen oder Nennung und Schilderung von Statten- getreten,deren in der Angst gedacht, zu denen hinverlangt wird. Dies allesist dem reinen und unmittelbaren Gefühlsausdruck der Musik fremdund unerreichbar, also störend; die reinen Accente der Klage oderAngst, oder welcher andern Empfindung, die die Musik auf „holm-reich Land — Apia — ein schwarzer Rauch — Zeus Wolken nach“u. s. w. fallen lassen muss, werden lächerlich gemacht durch denWiderspruch mit dem Texlinhalt aller dieser Momente. Und um-gekehrt werden alle diese Züge des Gedichts in dem allgemeinen,ihnen fremd bleibenden Musikaufguss’ ertränkt. — Und dies ist einsder musikgüiistigsten Beispiele, die man in der gesammten Poesieder Hellenen finden wird*).
Zwischen den sprachlichen Aeusserungen also, die durchaus derMusik fremd, und denen, die ihrem Eintritt unzweifelhaft günstigsind, steht eine Reihe solcher, in denen musikalische und wider-musikalische Tendenzen sich in unzähligen Abstufungen mischen,so dass man allerdings in jedem einzelnen dieser Fälle zu erwägenhat, ob und wiefern hier Komposition statthaft sei. Diese Prüfungist nicht bloss dazu nöthig, das durchaus der Komposition Unzugäng-liche zu vermeiden, sondern sie zeigt sich auch, — wie wir wei-terhin sehen, — bei der Form der Komposition von erheblichemEinfluss.
*) Dass man auch zu solchen ungeeigneten Gedichten Noten setzen kann,versteht sich, wie es denn auch schon Öfter nicht bloss in neuester Zeit, sondernfrüher von Reich ardt, ja schon vor drei Jahrhunderten geschehn ist. Auchkönnen sich in solcher wie in jeder andern Komposition anziehende Momentezeigen und diese sowohl, wie die Neuheit oder Seltenheit des Unternehmens, dienie ganz zu ertödtende Macht des alten Dichters, der scenische Reiz — könnenauch solchen Unternehmungen Gunst gewinnen. Demnngeacbtet kann nie einKunstwerk im hohem Sinne des Worts entstehn, wo ein unversöhnlicher Wi-derspruch der beiden zu demselben sich vereinenden Künste das Wort durchden Ton und den Ton durch das Wort aufhebt oder entkräftet.