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mente im Verhältniss zu den andern an sich hat. Wo Ge-danke und Schilderung nach der in sie gelegten Bedeutung und derihnen gegönnten Breite der Darstellung vorwalten, da wird das Ge-fiihlsmoment zurücktrelen und Komposition gar nicht, oder nur inuntergeordneter Weise statthaben können; wo das Gefühl mächtigden Vorrang behauptet, wird es in der Komposition die an sichunmusikalischen Momente der Gedankenform oder Schilderung über-tragen.
Die entschiedensten und darum am kräftigsten verdeutlichendenBeispiele der erstem Reihe bieten uns die Dichter des klassischenAlterlhums überall. Auch nicht Ein Gedicht von einiger Bedeutungwird sich aufweisen lassen, in dem nicht — ganz gemäss dem ob-jektiv nach aussen gewendeten Sinn der Alten — Schilderung undGedanke mit höchster Uebermachl vorwalteten. Selbst von denChören, in denen ihre Dramatiker auf die höchste Mitwirkung derMusik*) rechneten, selbst von denjenigen Chören, in denen dieWellen des Affekts am höchsten aufsehlagen, gilt dies durchaus.So, wenn in den ,, Schu tzfl e hen d en “ des Aischylos (Ueber-setzung von Droyseu) die Danaiden in bitterster Angst vor dennahe drängenden Verfolgern ausrufen:
Du holinreich Landl du theures Heiligtbum!
Was werd’ ich dulden, ach in Apia wohinEutfliehn, wo dunkle Stätte Anden, auszuruhn?
Ein schwarzer Rauch möcht’ ich fliebn,
Zeus Wolken nach von hinnen ziehn,
Lautlos verschwinden,
Möcht’ ein leiser, leichter StaubEmporgeweht flügellos verfliegen !
Nein fluchtlos bliebe hier nicht meine Furcht! —
Und dunkelwogend pocht das Herz in meiner Brust!
Des Vaters Wort, es traf mich, ich vergeh’ vor Angst! —
So werd’ der Tod eh’ mein Theil,
Hoch aufgeknöpft im bittren Seil,
Eh’ diesen BusenRührt der Gottverfluchten Hand,
Eh’ will ich todt, will ich des Todes Raub sein.
Wo find’ ich einen Ort nur, hoch in luft’ger Höh’,
Um den die nebelfeuchte Wolke wird zu Schnee,
Ein stilles, jähes, gemseneinsames, abgrundschwindelndes,Adlernislendes Felsgehäng,
Tiefen Sturzes Zeuge mir,
c Eh’ dieser Brautnacht dunkelem Fluch mein brechend Herz
anheimfällt?
*) Nur dass die griechische, überhaupt die alte Musik eine ganz andre war,als die unsre. Man vergl. einstweilen die Artikel des Verf. über griechi-sche Musik im Universallexikon der Tonkunst.