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umgebildet nach dem Erfodern des jedesmaligen Texles. Der letz-tere Punkt, — in welcher Weise ein an sich komponirbarer Textbehandelt werden könne oder müsse, — wird in den folgenden derGesangkomposition gewidmeten Abtheilungen Schritt für Schritt zurErörterung kommen. Hier beschäftigt uns die erste Frage, die wirgenauer jetzt so fassen:
welcher Inhalt der Sprache ist geeignet zur Kom-position? —
Alles nun, was überhaupt durch die Sprache offenbart wird,lässt sich auf drei Formen des Bewusstseins, oder des geistigenLehens zurückführen.
Die erste ist die Form der Vorstellung oder Schilde-rung, die sich darin bethäligt, einen irgendwie wahrgenommnenäussern Gegenstand ohne weitere Beziehung auf das Innerliche desAnschauenden feslzuhalten oder dem Hörer zu geistiger Anschau-ung zu bringen. Schon die blosse Nennung eines Gegenstandes:der Baum, der Horizont, — noch bestimmter jede Verknüpfung die-ser Nennung mit näherer B e z ei c h n u n g: der blütenbedeckte Frucht-baum , der Nachthimmel in seiner Sterne Pracht, — eben so jedeErzählung eines wirklichen oder vorgestellten Ereignisses: die
Schlacht ist geschlagen, — oder jenes Homerische —
Eos mit Rosenfingeru entslieg dem Bett des Tithonos,
Sterblichen Menschen das Licht und unsterblichen Göttern zu bringen
fällt unter den Begriff dieser Form, gleichviel wie gedrängt oderausgedehnt, wie anziehend (und in welchem Sinn) oder nicht dieAeusserung, und welches ihr Gegenstand ist. Der Beschreibendeoder Schildernde kaun daher auch sich selber zum Gegenstand sei-ner Darstellung werden: „ich bin so oder so gestaltet, — ich w f ankegebeugt dahin, mir ist die Stirn vom stolzen Lorbeer umkränzt, vonder dunkeln Cypresse überschattet“ — dies alles sind Aeusserun-gen derselben Klasse.
Die zweite Form umfasst die Aeusserungen des in unzähligenGestaltungen der Zu- und Abneigung, des Verlangens und Abwei-sens u. s. w r . sich bewegenden Gefühls- oder Seelenlebens.Alle Ausdrücke des Wohlgefühls oder des Leidens, des Höffens oderZagens, der Liebe und Freude, des Hasses und der Trauer könnenals Beispiele gelten.
Die dritte Form ist die der Vernunftthätigkeit. Alles,was die Vernunft als absolut nothwendige Grund - oder aus andernVernunftsälzen gefolgerte Wahrheit feststellt, z. B. die Grund- undLehrsätze der Wissenschaft, die Gesetze des Rechts und der Sitte,die Glaubenssätze einer Religion, — gleichviel ob einer dieser Sätzein künstlerischer Form erscheint, z. B. jene Verse des Dichters:Marx, Komp. L. III. 3. Au fl. 24