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mässe und Zusagende ist, dass man auch hier die innigste Ueber-einstiinmung des Seelenorgans mit dem Seelenleben anerkennen mussund der Komponist auch für die Stimme keiu andres Gesetz auf sichzu nehmen hat, als das im Sinn seiner Aufgabe, in der Idee seinesWerks liegende.
4. Die Stimmregister.
Jede Stimme umfasst in ihrer gesammten Tonreihe verschiedneKlangarten, — Arten, die Töne hervortreten zu lassen, mit merk-licher Veränderung des Stimmklangs und der Stimmbrauchbarkeit, —die man Register oder Slimmregister nennt. Mit Uebergehungder feinem Unterscheidungen, die dem Gesangstudium von Bedeutungsein müssen, ist für den Komponisten wenigstens die wichtigste undfühlbarste Scheidung hervorzuheben.
In jeder Stimme — besonders hervorlretend und gebraucht aberin den hohen, Tenor und Diskant — erscheint in der Höhe eine Reihevon Tönen, die sich von den andern ziemlich auffallend unterschei-den , obgleich es die mehr oder weniger ausführbare Aufgabe jedesSängers bleibt, diese Verschiedenheit in seiner Tonreihe möglichstauszugleichen oder doch zu verbergen. Die Töne dieser Reihe oderdieses Registers heissen
Falsett oder Fistel-Stimme
und unterscheiden sich von der Reihe der unter ihnen liegendenTöne, — die im Gegensatz zu jenen
Brusttöne oder Brust stimmegenannt werden, — vor allem durch einen mehr flötenartigen alssprachlichen Klang und durch das nicht bloss im Sänger vorhandne,auch auf den Hörer übergehende Gefühl, dass sie durch ein gewisses'zwanghaftes Zusammenziehn im Stimmorgau hervorgebracht werden.
Den unter den Stimmbildnern streitigen Punkt, ob eine höhereTonreihe der weiblichen Stimme, Kopftöne oder Kopfstimmegenannt, dem Brust- oder Falsetlregister angehöre, können wir hierbei Seite lassen.
Der sprachliche Klang — wir wollen damit den der Sprache,dem Sprechen zusagendsten bezeichnen ■— ist der Bruststimmeeigen; in ihr tritt das Wort naturgemäss und in kräftigster, aus-drucksvollster, austönendster Artikulation hervor und spricht mit dervollen, überzeugenden Gewalt des in ihn gelegten Gefühls zum Her-zen des Hörers. Auch im Register des Falsetts kann gesprochenwerden; aber es ist ein gleichsam falscher, zuriickgedriickter undgekünstelter Beiklang, der sich hier zu den Accenten der Sprachemischt und ihr den vollgewichtigen Ausdruck der Aufrichtigkeit und