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Sodanu wird der sangeskundige Komponist seine Stimmen amliebsten in den Mittellinien einführen und vorzüglich in ihnen be-schäftigen. Von hier aus gelingt das Fortschreiten zur Höhe oderTiefe, selbst zu den äussersten Punkten, zumal, wenn nach diesenhin nur in den stimmgemässeslen Weisen, akkordisch oder diato-nisch, gegangen wird; liier erholen sich die Stimmen, wenn sie durchBetätigung in der äussersten Höhe oder Tiefe augenblicklich ermü-det oder angegriffen sind, hier vermählt sich Wohllaut des Gesangsmit Deutlichkeit im Vortrag des Wortes* *). Allerdings wird sichin einzelnen Fällen die Notwendigkeit eines weniger günstigen Ein-satzes oder eines für die Stimme angreifenden längere Verweilensin der Höhe oder Tiefe ergeben. Allein in den meisten Fällen wirdman auch hier das, was der richtige Gedankengang fodert, mit dem,was Rücksicht auf das Stimmvermögen gebietet, übereinkommendEnden. Denn mit seltenen Ausnahmen wird auch die Gesangkompo-sition in ruhigerer Stimmung beginnen, sich erst allmählich zu grös-serer Heftigkeit des Affekts steigern, und die Momente der höchstenSteigerung wie des tiefsten Versinkens werden nach der Natur derSeelenbewegungen die seltnem und schneller vorübergehenden sein|;dies entspricht aber so ganz dem, was der Stimme das Naturge-
von J. F. Reichardt verweisen, wo Seile 3, 6, 12, 22, 23, 71 der Partiturdie Bässe bis zum grossen Es und C hinunter- und bis zuin eingestrichuen g hin-aufgeführt werden. Mag er auch vielleicht damals in der Fa sc bischen Sing-akademie, für die er jene Hymne schrieb, einige so umfangreiche Stimmen ge-funden haben : so kann doch durch einige Individuen nicht eine Kraft gleichder eines vollen Chors in der Allen zugänglichen und bequemen Tonregion dar-gestellt werden.
*) Wenn daher, — um wieder nur ein Beispiel statt vieler, und von einemunsrer grössten Meister zu geben, — Beethoven in seiner letzten Messe ein«Fugenthema im Diskant (Seite 167 der Partitur und öfter) — nach Pausen, wiehei a. —
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Et vi - tarn ven - tu - ri
sac - - cu - li. Qui
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einsetzen und an einer andern Stelle (S. 68) abermals auf dem hohen b ziem-lich bewegt, im Larghetto, sprechen lässt: so hat er zwar die Gränze der Dis-kantstimme nicht überschritten, aber er hat dem äussersten Punkt etwas zuge-mutbef, was in solcher Weise — in freiem Einsatz, mit Tonwiederholung, mitemphatischen Textworten zu jeder Note — nie, oder nur höchst selten vom Chorgeleistet werden wird. — Bei der höchsten dem unsterblichen Tondichter ge-bührenden Ehrfurcht dürfen wir doch solche Wahrheit, so warnend fiir alleSchwachem eben an dem Grossen, uns nicht verhehlen.
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