Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
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338
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in Cdur. Eine Einleitung (Adagio) führt zu einem weit, geistreichund schwunghaft geführten vorspielarligen Satz (er hat keine be-stimmte Tonart, sondern fängt in Z)moll an, schweift ganz freiweiter, unterbricht sich endlich auf D- und A moll, führt nochmalsweiter auf die Dominante), worauf eine ziemlich streng durchge-führte Fuge (Cdur) das Ganze beschliesst.

Noch weit mannigfaltiger stellt sich die grosse Fantasie und So-nate aus Cmoll*) von Mozart dar. Den Gipfel des Ganzen bil-det die Sonate, von der schon S. 273 und 21)5 Einiges erwähntworden, so dass die Fantasie zu ihr gewissermassen die Einleitungbildet, aber eine so umfassende, dass sie vielleicht eher für sichbefriedigen, als noch auf Weiteres und gar auf eine neue Kom-position in drei abgesonderten Sätzen hindrängen mag. Ein einlei-tendes Adagio, Cmoll, führt zu einem neuen Salze (der uns An-dante scheint) in Z)dur; ihm folgt ein Allegro, in ^/moll einlretend,diesem ein Andantino inZldur, dann ein neues Allegro in Cmoll, end-lich im Hauptton und erster Bewegung der erste Satz, jedoch inneuer Ausführung; so dass wir bis zur Sonate fünf oder sechsPartien zu unterscheiden haben, die alle in einander überführenund deren jede nach Mozartscher Weise aus mannigfachen Sätzenund Zügen gebildet ist.

End hier müssen wir zuletzt noch auf unsern Altmeister Se-bastian Bach zurückkehren, der sich auch in der Fantasie viel-fach auf das Glücklichste und oft auf das Tiefsinnigste bewegt undbewährt hat; die meisten seiner Fantasien (oft auch Tokkaten ge-nannt) werden dann, wie man vom Fugenmeister schon erwartenmuss, von einer Fuge gekrönt. Von allen sei nur seine chro-matische Fantasie**) in Erinnerung gebracht, eins der reich-sten und tiefsinnigsten Werke, in jedem Zuge des Geistes voll,auch nicht in einem einzigen wie man wohl gelegentlich selbstvon guten Musikern hören muss ein leeres, der veralteten Modejener Zeit (>!) verfallnes Tonspiel. Man lerne sie nur kennenund gehe mit der Pietät heran, die einem der grössten Meister allerKunst gebührt, um sie ganz zu durchdringen.

Nur ungern versagen wir uns hier nach der Bestimmung undden notlnvendigen Schranken des Werks näher Eingehn auf einunsterbliches Werk, dem nicht nur die Abwendung vieler Zeit-genossen, sondern eine wie uns scheint missverständige Tra-

*) Heft 6 der Breilkopf-Harlelschen Gesummt-, No. 17 der Einzelausgabedie Phantasie ist auch besonders als No. 7 der einzelnen ,,Zwölf Klavierstücke 1erschienen.

**) Band 4 der Pelersschen Gesammtausgabe. Eine naher auf ihre Idee ein-gehenle Abhandlung vom Verf. findet sich in No. 3 der Allgein. musik. Zeitungvon 1848.