Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
332
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griibt ihn ein in dasselbe Bett, in dem der Lebensstrom so rüstigweit dahinschoss. Dann muss der Trost des dritten Satzes (Me-nuett und Trio) wieder denselben Fusstapfen folgen , um sich ganzanzuschmiegen, und muss sich die fester, gesicherter auftretende Er-mulhigung in der Unterdominante (Trio, G dur) aufstellen, von dader Aufschwung in den Hauptton zum Finale erfolgt. Eine ebenso nahe Modulationsfolge zeigt Beethovens Emoll-Sonate, Op. 2:Emoll, Fdur, Emoll und wieder Emoll; der abweichende Karakterder Sätze ist demungeachtet genügend ausgesprochen. Ein drit-tes Beispiel bietet die A dur-Sonate, Op. 2: A&m, Edur, ^dur undnochmals A&ur.

Andre Sonaten haben wenigstens Einen fernem Schritt gelhan.Die Beelhovensche Sonate Op. 7 stellt z. B. den ersten, drittenund vierten Salz in Es dur, das Largo aber in 6'dur auf (dieseTonart ist schon im ersten Salze angeregt): die Fdur-Sonate,Op. 2, hat ihr Adagio in Fdur, die grosse E dur-Sonate, Op. 106,das ihre in FYsmoll aufgeslellt.

Noch mannigfaltiger modulirt unter andern Dussek in seinerEs dur-Sonate, Op. 44; die Einleitung steht in Esmoll, der ersteSatz in Es dur, das Adagio in //dur, die Menuett und Trio in Gis(Es)moll und As dur, das Finale in Es dur. Der auffallende Mo-ment ist das nach Es dur folgende //dur; doch ist die modulatori-sche Verknüpfung, wie Jeder selbst erräth, nicht zu fernliegend. Inder S. 325 erwähnten Emoll-Sonate tritt die Einleitung in dur auf,der erste Satz steht in Emoll, das Adagio in AAnv, das Scherzo(bloss Prestissimo genannt') in Emoll, das Trio desselben inEdur, das Finale (nach einer Einleitung in Emoll) in Edur. DieGründe für diesen Gang könnten nur aus dem Inhalt erkanntwerden.

2. Einleitung.

Zweck und Form der Einleitungen haben wir schon S. 301kennen gelernt. Es bleibt hier nur zu bemerken, dass in der So-nate nicht bloss zum ersten Satze, sondern bisweilen, namentlich zurVermittlung entlegner Karaktere und Modulationspunkte, zu spätemSätzen Einleitungen nothwendig erscheinen. So bedarf Beetho-ven in seiner .Esdur-Sonate, Op. 110, nach dem wildfrechen Scherzoeiner Einleitung in das tiefklagende (Adagio) Arioso, in der Edur-Sonate, Op. 106, schon der Modulation wegen, nach dem AdagioE/smoll in das Finale Edur.

Hat aber einmal eine Einleitung sich mit Nachdruck ausgespro-chen, so tritt sie oder doch ihr Hauptmotiv auch gelegentlich imVerlauf der Komposition wieder auf. Dies können wir an der So-nate pathetique beobachten, deren Einleitungsmotiv (No. 369) zwei-