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3 (1857)
Entstehung
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schieden. Es war ein ärmliches Hiillsmittel, wenn man durch diewillkiihrliche Einmischung einer fremden, beziehungslosen Tonartseinem Mittelsatz einen besondern Reiz zu geben dächte; Befrem-den und Zerstreuung würde statt des gewünschten künstlerischenReizes die Folge solcher Versuche sein.

Eine dritte Scheidung liegt in der Wahlder Taktart.

Selten oder nie wird man den drei, nicht leicht auch nur zweiauf einander folgenden Sätzen gleiche Taktart zuertheilen; und wenndie Takttheile gleich sein sollten und müssten, so würde man we-nigstens die Gliederung durchweg scheiden, würde z. ß. neben Sechs-achteltakt, also neben zweilheilige Taktordnung mit dreilheiligerGliederung, wenigstens nur eine solche zweitheilige Ordnung stel-len, die zwei- oder viergliedrig zerfiele, z. ß. Zweivierteltakt mitseiner Gliederung von zwei Achteln und vier Sechszehnteln. Dieseallgemeinem Regeln ergeben sich schon aus der Rücksicht auf Man-nigfaltigkeit der verschiednen Sätze. Andre Bemerkungen knüpfensich an die Bestimmung der Sätze selbst.

Der erste Satz, als der aus frischester Energie hervorgetretne,wird in der Regel eine breitere und dabei mannigfaltiger accentuirteTaktart, z. B. lieber Vierviertel- als Zweivierteltakt, lieber Sechs-achtel- als Dreiachteltakt haben. Der zweite Satz, als der lang-samer bewegte, wird gern engere Taktmaasse, z. ß. lieber Zwei- alsViervierteltakt, der dritte Satz, der das Zu Ende - Gehn fühlt undfühlbar macht, wird sich gern schon in der Wahl der Taktart flies-send , ruhig und gleichmässig zum Schluss eilend gestalten, daheröfter zwei- oder viertheilige als dreilheilige Ordnung, öfter Allabre-vebewegung wenn sie auch meist nicht ausdrücklich angezeigtwird als eigentliche Viertheiligkeit annehmen.

Die vierte, ungleich folgenreichere und entscheidendere Gegen-stellung der Sätze beruht auf der Wahl

der Run s tform

für jeden. Hier ist wieder bei dem Meister ein eben so reicherund stets sinngemässer Wechsel zu beobachten, wenn man ganzeReihen von Werken beträgt, bei dem nicht Durchgebildeten Ein-förmigkeit oder Willkühr. Das Geringste und Aermste war, immerdieselbe Form zu wiederholen; das Rechte ist, stets die jedem Satz und zwar in jedem besondern Kunstwerk angemessne zu er-greifen. Was nun in jedem einzelnen Kunstwerke das Rechte sei,kann natürlich nicht hier gefragt werden; diese Erörterung, die zumTheil Untersuchungen aus der Musikwissenschaft voraussetzt, ge-bührt dem Komponisten in der Periode des Schaffens, oder der Kri-tik. Doch ergeben sich auch hier aus der Bestimmung der ein-zelnen Sätze gewisse allgemeine Regeln, die wenigstens festen