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3 (1857)
Entstehung
Seite
323
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tonart derselben Stufe zu einander haben, und aus welchem GrundeMoll ein trüberes und insofern gewissermassen weniger befriedigen-des Wesen ist als Dur. Daher kann uns besonders bei sich auf-heiternden Kompositionen diese Versetzung des Finale aus Moll inDur des Haupttons nicht weiter auffallen.

Aber welche Tonart gebührt dem Mittelsatze? Dies kannnur nach dem Sinn des ganzen Werkes bestimmt werden. Biswei-len wird es genügen, bloss das Geschlecht zu wechseln, in einerDur-Sonate dem Mitlelsatze Moll desselben Tons zu geben; so hatBeethoven in der vorerwähnten Sonate aus F'dur den Milteisatzin fmoll gesetzt. In der Regel wird man die nächstverwandtenTonarten wählen; so hat Mozart den Milteisatz seiner S. 265erwähnten Fhlur-Sonate in die Unterdominante J?dur, den seiner6'moll-Sonate (S. 273) in die Parallele Zfodur gestellt. Seltenerwird man sich in Dur zur Oberdominanle entschliessen, weil dieseschon im ersten Satze stark zur Geltung gekommen sein muss unddabei keinen so entschiednen Gegensatz bietet, als die Parallele.Nur bei leichtern oder sanftem Kompositionen lallt jenes Bedenkenohne Weiteres weg; so stellt Haydn das Andante seiner kleinenfreundlichen iJsdur-Sonate*) in B dur auf. Bisweilen werdenstatt der ersten Verwandten die in der nächsten Reihe stehendengewählt. So wendet sich Beethoven in seiner Sonate patheliquevon 6moll nicht nach itsdur, sondern nach dessen UnterdominanleAs Amt, der Parallele seiner Unterdominante; in gleicher Weise inseiner EmoH-Sonate, Op. 57, nach -Deadur. Auch Mozart gehtdiesen Weg in seiner A moll-Sonate**), deren Milteisatz in Fdursteht; es wird also hiermit die im ersten Satze schon gebrauchteParallele vermieden, wie wir zuvor die in Dursätzen gebrauchteOberdominante weniger zusagend fänden. Auch entlegnere Be-ziehungen werden nicht-selten angetroffen. So setzt Haydn dasAdagio seiner grossen üfsdur-Sonale in i?dur, indem ihm derHauptton Es als Dis, als die nach E verlangende Terz des Domi-nanlakkordes von Edur (als sogenannter Leitton) erscheint und eineüberraschende, aber doch vertraut ansprechende Wendung gewährt.

Ueberall wird man bei den Meistern Freiheit und Mannigfaltig-keit in der Wahl der zweiten Tonart finden, nie aber eine andreEntscheidung, als die durch den Sinn des ganzen Werks gebotne,bei der sich dann auch eine allgemeinere modulatorische Beziehung,wie in den vorstehenden und manchen früher erwähnten Fällen (z. B.S. 284), heraussteilen wird. Niemals also wird willkührlich ent-

*) Diese, wie die andre .Ei-Sonate, iin ersten Hefte der Breitkopf-Härtel-schen Gesainrntausgabe (IYo. 3 und No. I der Einzelausgabe).

**) Im ersten Heft der Breitkopf-Härielscben Gesamintausgabe (No. 6 derEinzelausgabe).

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