Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
293
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Der Gang hat an sich selber gar kein nothwendiges Ende; erwird abgebrochen, weil er eben nicht ewig fortgefiihrt werden kannund weil höhere Rücksichten auf das Ganze den Komponisten abru-fen zu andern Gestalten. So auch hat der Satz einen bestimmtenModulationssitz; er gehört einer Tonart ganz oder doch vornehm-lich an und muss gewissen Modulationsgesetzen, ohne die es keinenSchluss giebt, gehorchen. Der Gang dagegen hat keinen bestimm-ten Modulationssitz; er kann ebensowohl durch beliebige Tonar-ten gehn, als in einer bleiben, kann jedes beliebige Motiv befolgenoder auch verlassen.

Dieselbe Freiheit in der Wahl des Stoffes, in seiner Anord-nung, in der Modulation, in der Ausdehnung ist dem zweiten So-natenlheil eigen.

1. Inhalt des zweiten Theils.

Hat der Hauptsatz vorwiegendes Interesse, so beschäf-tigt sich der zweite Theil ausschliesslich oder vorzugsweis mit ihm.So in Bee thoven s Sonate pathetique, wo nach einem aus einerEinleitung genommenen Zwischensätze (der dem eigentlichen Be-stand der Hauptmasse ganz fremd ist) der Hauptsatz oder we-nigstens ein ihm nachgebildeter Satz

(man vergleiche a. mit 295) zweimal in der Oberstimme, dann (derHauptsache, «., nach) dreimal im Bass erscheint, in I?moll, G D,F, B und Cmoll, und dann mit kurzer gangarliger Fortführungzum Orgelpunkt gelangt. So in der jEmoll-Sonate, Op. 90, in der'der Hauptsatz schon im ersten Theil das überwiegende Interesse aufsich gezogen hatte; im zweiten Theile wird erst sein Hauptmotiv(ff. in No. 305), dann sein zweites (der Abschnitt e.), jedes besonders,mit innigster Versenkung in den das Ganze beseelenden Sinn durch-gefiihrt. So in der bei No. 292 betrachteten Sonate, in der beideSätze der Hauptpartie (No. 292 und 264) zur Geltung kommen.

In andern Fällen ist es der Seitensatz, der im zweiten TheilAufnahme findet. Dies sehn wir am entschiedensten in der gros-sen I?sdur-Sonate von Haydn (Anhang I. No. wo nach einer