Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
292
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Hauptgedanken, folglich ungeachtet seiner Anmuth als zwei-ter Hauptgedanke ungenügend. Dies Verhältnis treibt den Kom-ponisten weiter; der Satz wird zum Gange nach Gdur, diese Ton-art (die zweite Dominante) wird nachdrücklich eingeprägt und nunfolgt ein zweiter Satz (6 7 dur, dann Cmoll, weil Cdur schon dop-pelt in Wirksamkeit gekommen), Gang und Schlusssatz. In ähn-lichem Sinne bringt Mozarts Cmoll-Sonate (No. 326) die Do-minante der Seitenpartie (ßdur von .Esdur) nach dem ersten Satzeder letztem nach und lässt dann einen zweiten Salz folgen. In bei-den Fälleu ist rascher und frischerer Fortgang gewonnen und dem* Modulationsgesetze doch Genugthuung geworden.

Vierter Abschnitt.

Der zweite und dritte Theil.

Nach dem bisher, namentlich im vierten bis achten Abschnitteder vorigen Abtheilung, Vorgelragnen können wir uns hier an we-nigen zusammenlässenden und ergänzenden Hinblicken genügen las-sen ; sowohl die wesentlichen Momente, welches die Bestim-mung und der Inhalt des zweiten und dritten Theiles sei, als die inAnwendung kommenden Gesetze der Satz-, Perioden-, Gangbildung,der Auflösung jener in Gänge u. s. w., sind schon bekannt und anBeispielen genugsam aufgewiesen.

A. Der zweite Theil.

Dieser ist in der Sonatenform wie in allen Formen der Be-wegu ngs t h eil. Auch die Sätze und Perioden, die in ihm auf-treten, gehören dem Elemente der Bewegung an; dies zeigt sichschon darin, dass sie nicht in dem Hauplton und der nächslgehöri-gen Tonart auflreten, dass sie in sich selber verändert, also ausihrem ursprünglichen Wesen herausgeführt, dass sie gangartig auf-gelöst oder zu Ende und in andre Sätze übergeführt werden, ja, dassihr Dasein im zweiten Theil überhaupt nicht nothwendig ist, son-dern bald der Haupt-, bald der Seitensatz, und bei dem Vorhan-densein mehrerer Sätze in der Haupt- oder Seilenpartie bald dieser,bald jener vorgezogen , die andern aber übergangen werden können.Nun aber ist das Wesen der Bewegung seinem Begriffe nach einschrankenloses, im Gegensatz zu dem scharf bestimmten des Satzesoder Kuhemoments. Der Satz muss sich abgränzen,, er muss sichsein Ende setzen , und zwar ein bestimmtes und nolhwendiges.