Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
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das Ganze als Vordersatz geschlossen. Hierauf kehrt, man mussnun annehmen, als Nachsatz, der erste Satz (No. 306) mit eineruns hier nicht wichtigen Aenderung wieder; auch wiederholt wirdderselbe, aber nicht auf der liefern, sondern jetzt auf der hohemSekunde, auf D\ und nun wird sofort weiter modulirt nach demSeitensatz hin.

Aehnlich gebildet, nur noch weiter ausgeführt und dabei inner-lich noch einiger aneinandergeschlossen ist der Hauptsatz der den dun-kelsten Tiefen eines mächtig aufgeregten Geistes enlstiegnen Fmoll-Sonate, Op. 57, von Beethoven, eines der Werke, in denen derGeist des Künstlers, ganz erfüllt von seiner Aufgabe, das, was derUnkundige oft als unvereinbare Gegensätze ansieht, freiestenSchwung der schöpferischen Kraft und tiefste Folgerichtigkeit, Ver-nünftigkeit, als Untrennbar-Eins offenbart*). Die Untersuchung desSatzes darf ohne Weiteres jedem Nachstudirenden überlassen bleiben.

Von der erweiterten Periode, die mehrere in ihrer Form zu-sammengefasste Sätze aufführt, ist nur noch ein Schritt zu der letz-ten Form, die der Hauptsatz der Sonate anzunehmeu pflegt, undzwar zu der inhallreichsten und in Vergleich zu dem Hauptsatzder Rondoformen eigenthümliehsten ; das ist

E. die Salz kette ,

eine Folge von Sätzen, die zwar durch Stimmung, durch Modula-tionsordnung, durch verbindende Mittelglieder, durch gemeinsame

*) Es ist lange genug von Fachmännern , die mit ihrer Bildung nicht übereinen beliebigen, rückwärts gelegnen Punkt hinaus haben vorwärts schreitenwollen, und den nachsprechenden, ihre Unbildung hinter technische Phrasenversteckenden Aesthelikern, Rezensenten u. s. w. dem Beethoven Exzentri-zität, Losgebundenheit von der Form, wo nicht Ausschweifung oder Ab-s c h w e i fu n g-und F o r m l o s i gk e it, beigemessen worden, während man ihmPhantasie, Genie zugestand. Eine tiefere Erkenotniss vom Wesen der Formwürde gezeigt haben, dass eben er, nächst und neben Seb. Bach, die ener-gischste Formbildung, das heisst die tiefste Folgerichtigkeit und Vernünftigkeitin seinen Werken beweist, eine tiefere, als meistens Mozart, dem ausangeerbter und von Jugend her bestehender Gewöhnung auch/ hier ein gar nichtzu rechtfertigender Vorzug beigemessen zu werden pflegt.