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läufigen Anschauung der Form einige Betrachtungen, die wir vor-weg nehmen.
Erstens. Stellen wir uns im Voraus ein Tonstück vor, dasdurch drei Theile an seinem Haupt- und Seitensatze festhält: somüssen wir diesem stetigen Inhalt eine tiefere Bedeutung beimessen,als dem der Sonatinenform; oder was dasselbe ist: der Komponistmuss sich von diesen Sätzen mehr angezogen, er muss sich be-stimmt fühlen , sich mehr mit ihnen zu beschäftigen. Daher werdenSätze, die für jene flüchtigere Form wohl geeignet sind, für diehöhere Sonatenform zu leicht erscheinen. So würden die im vorigenBeispiel (No. 225 bis 238) aufgestellten Sätze für die höhere Formnicht eben so wohl geeignet sein, als für die Sonatine. Dasselbedarf von den Mozart’schen (No. 243 bis 255) behauptet werden;es ist damit nicht ein Tadel des verewigten Künstlers ausgesprochen,sondern vielmehr die Anerkennung, dass er auch in diesen Fällenjedesmal die geeignetste Form gefunden hat. — Wenn wir dem-ungeachtet unsre Sonatensätze weiterhin auch als Beispiele für diehöhere Form benutzen, so geschieht es nur um der Raumersparnisswillen, und um an denselben Sätzen die abweichenden Modifikatio-nen der verschiednen Formen um so anschaulicher hinzustellen.
Zweitens. Die blosse Wiederholung eines Satzes zeigtschon das Interesse, ihn gleichsam als einen Besitz festzuhalten.So diente in den Rondoformen besonders der Hauptsatz als ein festerMoment des Ganzen, auf den man zurückkam, um ihn aber- undabermals zu wiederholen. Ein höheres Interesse zeigt sich in derSonatenform. Es findet nicht mehr darin Befriedigung, den fest-zuhaltenden Satz gleich einem todten Besitzstück wiederzubringen,sondern belebt ihn, lässt ihn sich verändern, in andern Weisen,nach andern Zielpunkten hin sich wiederholen, — es macht ausdem Satz ein Anderes, das gleichwohl als Ausgeburt deserstem erkannt wird und statt seiner gilt. Ein vorläufiges geringesBeispiel gieht No. 226, wo der Kern von No. 225 mit einer we-sentlichen Aenderung (Beugung in die Unter- statt Oberdominante)wiederholt wird. Das Rondo konnte sich auf wesentliche Aende-rung der Sätze nicht einlassen , sondern nur auf beiläufige, der-gleichen die Sonatenform auch zulässt und wir ohne weitere. Er-wähnung in No. 228 gemacht haben.
In diesen Umgestaltungen des Satzes liegt nun offenbar dieKraft, mannigfacheres und gesteigertes Interesse für denselben an-zuregen, wie das selbst dem geringen Fall in No. 226 zugestandenwerden kann. Daher ist es möglich, einen an sich weniger bedeu-tenden Salz zum würdigen und befriedigenden Gegenstand der gros-sem Form zu erheben; ja, es zeigt sich nicht selten eben an sol-