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Aufopferung eines Theils des frühem Inhalts, — des zweiten Sei-tensatzes —, mithin durch eine Verminderung des Gehalts. Unddann war sie doch wieder geneigt, statt des ausgefallenen Theilseinen Zwischen- oder Ueberleilungssatz einzuführen; zum Beweise,dass der ausgeschiedne zweite Theil seine gute Berechtigung halte.Aber das statt seiner Eingeschohne kann ihn nicht ersetzen. Da-her eignet sich diese Form nur für flüchtige Gebilde.
Diese Betrachtung führt zu der eigentlichen Sonalenform undsogleich auf ihren wesentlichen Karaklerzug.
Die Sonatenform kann einen miltlern Theil (zwischen demersten und letzten der Sonatine) nicht entbehren, sie muss d rei-theilig werden. Aber dieser mittlere oder zweite Theil darfnicht wie in den Rondoformen Fremdes, — einen zweiten Sei-tensatz, — bringen und damit die Einheit stören, deren vollkomme-nere Erreichung eben die Aufgabe der Sonate ist.
Folglich muss der zweite Theil*) der Sonatenform den Inhaltdes ersten Theils festhalten , und zwar
entweder ausschliesslich,oder doch hauptsächlich.
Hiernach stellt sich nun die neue Form in ihren Hauptzügenfolgeudermassen fest; —
Theil 1. Theil 2. Theil 3.
HS SS G SZ - HS SS G SZ
und man erkennt sogleich, dass der erste und letzte Theil wenig-stens der Hauptsache nach aus der fünften Bondo- und Sonatinen-form bekannt, nur der mittlere Theil das wesentlich Neue ist.
Ehe wir jedoch zu diesem, als dem wichtigsten Gegenständedes neuen Studiums fortsehreilen , ergehen sich schon aus der vor-
*) Dem gewöhnlichen Sprachgebrauch« nach erkennt man nur zweiTheileder in Sonatenform geschriebenen Toustück« an. Der erste Theil, der gewöhn-lich wiederholt und durch das Wiederholungszeichen kenntlich abgescbnittenwird, gilt als solcher; alles Weitere, also zweiter und dritter Theil ge-meinschaftlich, gilt als ein einziger, als zweiter Theil; so auch oft bei denRondo’s fünfter Form. Allein die Scheidung des zweiten und dritten Theilsist, wie wir schon jetzt wissen, so wesentlich, dass wir sie uicht übergehnkönnen, ohne die Anschauung der Form zu stören und ihren Vernunftgrund ausden Augen zu verlieren.. Dies ist auch früher gefühlt worden und man Bat imsogenannten zweiten Theil (dem vereinten zweiten und dritten) die W iederkehrdes Hauptsatzes und alles Weitere die Reprise, das Vorangehende aber dieDurcharbeitung genannt. Das waren ja aber die drei Theile mit derwesentlichen Abscheidung des dritten vom zweiten! Nur die Namen scheinennicht genau (der dritte Theil ist keineswegs blosse Reprise oder Wiederholung,— Durcharbeitung findet in allen Theilen und obenein in vielen andern Kunst-formen statt) und es wird — beiläufig zur Erschwerung des Studiums — alszweiter Theil zusominengeworfen, was gleich darauf doch wieder geschiedenwerden muss.