nicht bleiben kann, von dem {auf den verlassenen Standpunkt zu-rückgegangen werden muss, zu erkennen geben.
Mau siebt sogleich, dass es keiner Vorübung für Erfindungder Schlusssätze bedarf, wenn man sich nur ihre eigentliche Be-stimmung klar gemacht hat. Bildet man sie übrigens aus Motivendes Hauptsatzes, so bekommt das Ganze noch stärkern Zusam-menhalt. Doch ist dies weder nöthig, noch immer ausführbar; esfragt sich, ob das Hauptmotiv zum Schlusssätze geeignet undob es nicht bereits hinlänglich in Thätigkeit gesetzt worden ist.
B. Die Anordnung des Ganzen.
Nach der Erläuterung des Schlusssatzes ist die Gestaltung derfünften Rondoform leicht zu fassen. Sie zeigt (S. 186) drei ver-sehiedne Theile.
Im ersten Theile tritt der Hauptsatz und unmittelbar nachihm, oder durch einen Zwischeugang oder Satz vermittelt, der ersteSeitensatz auf; ersterer im Haupttone, dieser in der Dominanteoder Parallele. Ihm schliesst sich, mit oder ohne Zwischengang,in derselben Tonart der Schlusssatz an. Hiermit ist entweder dererste Theil sofort abgethan, oder es wird derselbe vollständig wie-derholt, wobei es bisweilen einer Zurückleitung in den Anfang be-darf, dergleichen wir schon bei den Liedformen und anderwärtskennen gelernt haben. Statt der Wiederholung des ersten Theilswird auch wohl bloss der Hauptsatz oder dessen Kern wiederholt.
Der zweite Theil besteht aus dem zweiten Seitensatz undeinem Gang und Orgelpunkte, der uns in den Hauptton und zumdritten Theile bringt.
Hier wird Hauptsatz, erster Seiten- und Schlusssatz wieder-holt, letztere beide treten aber nun im Hauptton auf, und zu diesemZweck nehmen die vermittelnden Gänge, wie sich von selbst ver-steht, ihre Richtung auf den Hauptton, statt auf Dominante oderParallele.
Ist der erste Seiten- und Schlusssatz anfangs in einem andernTongeschlecht aufgetreten, ist z. B. eine Molltonart der Sitz desTonstücks und der Seitensatz in der Parallel-Durtonart aufgestelltworden: so bringt der dritte Theil den Seiten- und Schlusssatz inder Regel wieder im Durgeschlechte des Haupttons, so dass eine3Iollkomposition mit einem breiten Durschlusse zu Ende geht. Dochkönnen auch durch Verwandlung des Geschlechts beide Sätze, oderwenigstens der Schlusssatz in Moll aufgestellt werden.
Eine scharf gezeichnete Anwendung unsrer Form findet sichim Finale von Beethoven’s kleiner Fmoll-Sonate, Op. 2, das wir