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früher oder später die eigne Ahnung der nach dieser Seite Beruf-nen zeugen zu laut.
Allein die weitere Erörterung gehört nicht der Kompositions-lehre zu, sondern muss der Musikwissenschaft*) Vorbehalten blei-ben , und zwar deswegen, weil die Entstehung oder Bildung derIdeen und Genüithzustände und deren Darstellung in Kunstwerken nichtGegenstand der Lehre und Uebung sein können. Jener geistigeInhalt kann nicht gegeben und gesucht werden, sondern nur ausdem Gesammtleben hervortreten; ihn und seine Ausgeburt in Tö-nen haben wir nur als höhere Gabe zu empfangen. Und wenn inder Tbat bisweilen die anregende Idee einem Künstler von aussengegeben worden: so konnte sie sicherlich nur Leben gewinnen,wenn sie verwandle Geislesrichtuug und Regung bereits vorfand;sie konnte nur wecken, was schlummernd oder traumhaft wirklichschon da war.
Schon aus diesem Grunde müssen wir dem Jünger sogarausdrücklich rathen, jenem geistigem Gehalt nichtwillkührlich na ch z u streb en ; er ist seiner Natur nach nichtoder nur ausnahmweise von unserm freien Willen abhängig. Eigen-willig aber ergriffen leitet dieses Trachten, das dann ein missver-ständiges zu nennen ist, gar leicht aus der reinen und sichern Sphäreunsrer Kunst in Regionen, wo unmittelbar und durchaus Musi-kalisches sich fremden Ge i s tes b e thätigu n gen anlehnt undmit ihnen zusammengeht in eine neue und höhere Einheit. Hierdroht aber dem nicht ganz Durchgebildeten und Gekräftigten dieGefahr, an seinem musikalischen Gehalt einzubüssen, ohne deshöhern theilhaftig zu werden, ja diesen zu suchen, wo er in derTbat gar nicht zu finden ist.
So werden wir denn auch hier von der Lehre selbst an einüber alle Lehre und Uebung hinausliegendes Höheres erinnert, des-sen wir uns durch die gewissenhafteste Bildung würdig und viel-leicht theilhaftig zu machen haben**).
*) Einiges ist darüber in der Schrift des Verf. „Die alte Musiklehre imStreit mit unsrer Zeit“ gesagt.
**) Hierzu der Anhang C.