Klavier anverlraut haben, in steter Berührung zu halten und andiesem zugänglichsten Instrumente das Zusammentreffen von Gedan-ken und Ausgestaltung stets zu beobachten. Dass höhere Geschick-lichkeit, die namentlich auch Bekanntschaft mit den Fortschrittenin der Behandlung dieses Instruments gewährt (die wir vor Andernbesonders Liszt verdanken), höchst fördersam ist, versteht sich.
7 . Uebersicht des ganzen Gebiets.
Bevor wir den Ueberschrilt in die neue Lehre thun, ist esrathsam, uns noch einmal unsern ganzen gegenwärtigen und künf-tigen Besitz — mit tieferm Einblick, als früher, Th. I, S. 4 — zuvergegenwärtigen. Dies wird nicht nur zur Befestigung uud Auf-klärung unsers Standpunktes gereichen; es wird auch Anlass geben,manches bis jetzt Uebergangne, das weder früher noch jetzt eigent-licher Lehre und Uebung bedurfte, nun aber in Anwendung kommenmuss, zu nöthiger Erwähnung und Einweisung zu bringen.
- Was uns bisher beschäftigt hat und fortwährend beschäftigenwird, war
I. der Rhythmus.
Wir haben ihn im Taktwesen und in seinem Antheil an denKonstruktionsformen (Satz, Periode, Theil u. s. w.) beobachtet uudwerden seine weitere Wirksamkeit "in der Abwägung der Theilegrösserer Kompositionen, den Rücktritt des bisher stets festgehalte-nen Taktwesens (im Rezitativ), die zeitweilige Aufhebung allerBewegung (in der Generalpause und dem Halt) kennen lernen.
Ihm schliesst sich von jetzt
II. das Zeitmaass
an, von dem aus der Elemeutarlehre*) das Nähere als bekannt vor-ausgesetzt werden darf. Dass das Zeitmaass nicht ohne Einfluss aufdie Gestaltung der Tonstücke ist, werden wir an mehr als einemOrte wahrnehmen; es ist daher rathsam, von jetzt an bei jedem zubildenden Tonstücke sogleich ein bestimmtes Tempo festzusetzenund zu berücksichtigen.
In Verein mit dem Rhythmus hat uns ■
III. das Tonwesen
beschäftigt. Unsre Studien haben sich auf Melodie, Harmonie, ho-mophone Begleitung, Polyphonie und eine Reihe von Kunstformenerstreckt und werden nach allen diesen Seiten forlschreiteü. Na-mentlich wird, wie S. 6 gesagt ist, die Formenlehre von demPunkte, wo wir sie früher aus bestimmten Gründen unterbrochenhaben, weiter und zur Vollständigkeit geführt werden.
*) Vergl. hierüber die allgem. Musiklehre, S. 95,